"Die Krankenhäuser haben sich seit dem Jahre 2000 in einem revolutionären Prozess auf die Vergütungssystematik nach Fallpauschalen eingestellt. Hierzu mussten intensive personelle und finanzielle Umstrukturierungen vorgenommen werden. Dieser Prozess ist bei weitem noch nicht abgeschlossen. Die Krankenhäuser hoffen nun auf stabile Rahmenbedingungen für den Zeitraum ab 2009. Die derzeitige Diskussion um den Wettbewerb im Krankenhaussektor wird unter falschen Vorzeichen geführt. Wettbewerb im Krankenhaus ist nicht neu. Er wird spätestens seit Einführung der DRG-Fallpauschalen im Krankenhaus um die beste Qualität geführt. Keinen Sinn macht es aber, von Wettbewerb zu sprechen und rabattgesteuerte Preisdrückerei einzelner Krankenkassen -insbesondere solche mit regionaler Marktmacht - zu meinen. Krankenhausleistungen sind komplexe Dienstleistungen und keine frei handelbaren Sachgüter. Die Diskussion um Höchstpreise sollte nun beerdigt werden.

Die DKG begrüßt es, dass ein Großteil der Länder hinsichtlich eines Preiswettbewerbs im Krankenhauswesen eine skeptische Haltung hat. Die Herausnahme zeitlich wählbarer (elektiver) Leistungen mit von einzelnen Krankenkassen erzwingbaren Rabatten würde die Qualität verschlechtern und zu unübersehbaren Brüchen im Versorgungsspektrum sowie der Aus- und Weiterbildung führen. Letztlich würden alle übrigen Leistungen verteuert. Das kann nicht im Interesse einer flächendeckenden Krankenhausversorgung sein, für die die Länder nach wie vor die Verantwortung tragen wollen und müssen. Sollten sich bei der Patientenversorgung Unterschiede beim Leistungsaufwand herausstellen, müssen diese in der Systematik des Fallpauschalensystems abgebildet werden. Die Blinddarmoperation eines Patienten muss für alle Krankenkassen in gleicher Weise vergütet werden, um eine ruinöse Preisspirale nach unten zu verhindern, unter der am Ende die Patientenversorgung leiden würde."