"Die Kostenentwicklung im Krankenhausbereich hat sich gegenüber den vorangegangenen Quartalen weiter abgeflacht. In der Betrachtung des ganzen Jahres 2006 wird sich die Ausgabenkurve noch weiter nach unten entwickeln. Diese Ausgabenentwicklung stellt keine Begründung für den Sanierungsbeitrag, den die Kliniken im Zuge der Gesundheitsreform für die Krankenkassen aufbringen sollen, dar.  

In der Langzeitbetrachtung haben die Krankenhäuser ohnehin eine durchweg moderate Kostenentwicklung vorgelegt. In den vergangenen fünf Jahren betrugen die Ausgabensteigerungen im stationären Sektor im Schnitt nur rund 2 Prozent. Aufgrund der enormen Lasten, die die Kliniken zu schultern hatten, muss von einer ausgezehrten Situation gesprochen werden. Die Kliniken hatten einerseits mit der Einführung eines wettbewerbsorientierten, pauschalierenden Entgeltsystems (DRG-Fallpauschalen) enorme Investitionen und Umstellungskosten, andererseits substantielle Personalkostensteigerungen zu verkraften. Die Wirtschaftlichkeit der deutschen Krankenhäuser zeigt sich auch im internationalen Vergleich, wo die Krankenhäuser bei den Fallkosten im mittleren Bereich liegen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die neuen EU-Mitgliedstaaten mit einbezogen sind.

Das Jahr 2006 war zudem mit erheblichen Belastungen für die Kliniken verbunden. Die vom Gesetzgeber veranlassten zusätzlichen Ausgabensteigerungen - etwa zur Verbesserung der Arbeitszeitbedingungen oder die Abschaffung des Arzt-im-Praktikum - machen allein rund 1-Prozentpunkt aus.

Im Jahr 2007 rollt durch tarifliche und gesetzliche Auflagen eine Kostenlawine von mehr 5 Prozent auf die Krankenhäuser zu: Sanierungsbeitrag, Tarifkostensteigerungen und die Mehrwehrtsteuererhöhung bürden erneut milliardenschwere Lasten auf. Dagegen steht den Kliniken nur eine magere Grundlohnrate in den alten Bundesländern von 0,28 Prozent zur Verfügung."


L A S T E N  der Krankenhäuser
Nach den Eckpunkten zur Gesundheitsreform geplant:
- Minus 500 Millionen Euro (1-Prozent-Zwangsabgabe)
- Minus 500 Millionen Euro (Verlängerung Anschubfinanzierung Integrierte Versorgung)
Gesetzlich- und tarifbedingte Kosten- und Ausgabensteigerungen:
- 1,5 Milliarden Euro (TVöD-Umstellung, neue und erwartete Tariferhöhungen für Klinikärzte)
- 1,3 Milliarden Euro (erwartete Mehrkosten durch Änderung Arbeitszeitgesetz)
- 500 Millionen Euro (gesetzliche Vorgaben Abschaffung AiP, Pflegeausbildung, DRG-
  Systemkosten)
- 500 Millionen Euro (Mehrwertsteuererhöhung ab 2007)
- 1 Milliarde Euro (durch gesetzliche Auflagen wie Naturalrabattverbot, steigende
  Anforderungen an Qualitätssicherung, sicherheitstechnische Auflagen)
Investitionsstau:
- 50 Milliarden Euro Investitionsstau wegen ausbleibender gesetzlich vorgesehener
  Investitionsfinanzierung durch Bundesländer
Gesetzlich begrenzte maximale B U D G E T S T E I G E R U N G der Krankenhäuser:
- Plus 300 Millionen Euro (für 2006: 0,63 Prozent der Krankenhausbudgets)