"Die Untersuchung, die das WIdO für die Ermittlung von vermeintlichen Einsparpotenzialen in den Krankenhausverwaltungen angestellt hat, entbehrt jeder realistischen Grundlage. Die Zahlen sind in keiner Weise aus den Kalkulationen der Krankenhaus-Fallpauschalen, die gemeinsam mit den Krankenkassen berechnet werden, ableitbar.

Wer glaubt, dass im Schnitt 200 Euro pro Fall abziehbar seien und dann die Patienten noch adäquat behandelt, betreut und verwaltet werden können, ignoriert die Versorgungswirklichkeit. Solche Äußerungen legen den Schluss nahe, die Krankenkassen möchten ihre Versicherten weiter in die ‚5-Minuten-Medizin’ nach dem ‚ALDI-Prinzip’ treiben. Das werden die Kliniken jedoch nicht zulassen.   

Es ist schon verwunderlich, wenn diejenigen, deren Verwaltungskosten mit 5,7 Prozent (8,11 Milliarden Euro) seit Jahren im Zentrum der Kritik stehen, durch fragwürdige Untersuchungen von eigenen Problemen ablenken wollen.

Im übrigen können die Krankenkassen einen substantiellen Beitrag zu Einsparungen beim Verwaltungsaufwand in den Kliniken selbst leisten. Wenn die Kostenträger von den massiven, flächendeckenden zumeist computergesteuerten Anfragen der medizinischen Dienste Abstand nähmen und diese auf ein sinnvolles Maß zurück führen würden, würde dies den Verwaltungsaufwand in den Kliniken um einen dreistelligen Millionenbetrag entlasten."


L A S T E N  der Krankenhäuser
Nach den Eckpunkten zur Gesundheitsreform geplant:
- Minus 500 Millionen Euro (1-Prozent-Zwangsabgabe)
- Minus 500 Millionen Euro (Verlängerung Anschubfinanzierung Integrierte Versorgung)
Gesetzlich- und tarifbedingte Kosten- und Ausgabensteigerungen:
- 1,5 Milliarden Euro (TVöD-Umstellung, neue und erwartete Tariferhöhungen für Klinikärzte)
- 1,3 Milliarden Euro (erwartete Mehrkosten durch Änderung Arbeitszeitgesetz)
- 500 Millionen Euro (gesetzliche Vorgaben Abschaffung AiP, Pflegeausbildung, DRG-
  Systemkosten)
- 500 Millionen Euro (Mehrwertsteuererhöhung ab 2007)
- 1 Milliarde Euro (durch gesetzliche Auflagen wie Naturalrabattverbot, steigende
  Anforderungen an Qualitätssicherung, sicherheitstechnische Auflagen)
Investitionsstau:
- 50 Milliarden Euro Investitionsstau wegen ausbleibender gesetzlich vorgesehener
  Investitionsfinanzierung durch Bundesländer
Gesetzlich begrenzte maximale B U D G E T S T E I G E R U N G der Krankenhäuser:
- Plus 300 Millionen Euro (für 2006: 0,63 Prozent der Krankenhausbudgets)