Wichtigstes Ziel sei es, die Finanzierung der Krankenhausversorgung zukunftsfest zu machen und die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung zu überwinden. Dieses Ziel habe die Koalitionsregierung mit der vorliegenden Gesundheitsreform deutlich verfehlt, so Weiser. Es sei zu beobachten, dass in Berlin derzeit eher Politik nach Gutsherrenart betrieben werde, die jegliche fachlich fundierten Einwände von Seiten der Leistungserbringer bedenkenlos beiseite wische.

Dr. Rudolf Kösters, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), bekräftigte, dass es eine medizinische Versorgung nach Kassenlage auch künftig nicht geben dürfe. Es sei nicht hinnehmbar, wenn den Kliniken mit der Gesundheitsreform weitere massive Lasten aufgebürdet würden, die sie schlichtweg nicht mehr verkraften könnten, ohne dass es dadurch zu spürbaren Einschränkungen bei der Patientenversorgung käme. Kösters: "Bisher hat die Bundesregierung keine Gesundheitsreform, sondern weit überwiegend eine Kostendämpfungsmaßnahme vorgelegt. Die vorgesehenen Kürzungen der Krankenhausbudgets in Höhe von 500 Millionen müssen dringend zurück genommen werden, um Fehlsteuerungen bei der Patientenversorgung zu vermeiden."

Heinz Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren (VKD), wies auf die kontinuierlich steigende Leistungsverdichtung in den Kliniken hin. Dies bedeute für Patienten und Mitarbeiter gleichermaßen eine große Herausforderung und stelle den Ärztlichen Dienst wie das Pflegepersonal vor ständig wachsende Anforderungen. Kölking erklärte, der Abbau bürokratischer Hürden sei als ordnungspolitisches Nahziel für die Krankenhäuser ebenso wichtig wie verlässliche politische und finanzielle Rahmenbedingungen.

Irene Maier, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Essen, betonte, dass ein wesentlicher Bereich der internen Prozessoptimierung des Versorgungsprozesses sowohl in der Delegation ärztlicher Tätigkeiten an das Pflegepersonal als auch in der Übernahme des nunmehr auch von der Politik geforderten Case-Managements liege. In beiden Feldern zeige sich, dass die professionelle Pflege hier einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Versorgungsqualität und zur Wirtschaftlichkeit leisten könne.

Der 29. Deutsche Krankenhaustag hat heute im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf seine Pforten geöffnet. Er bietet noch bis zum 18. November Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Dabei stehen insbesondere die Auswirkungen der neuen Krankenhausvergütung (DRGs) auf die stationäre Versorgung und die unterschiedlichen Konzepte der Qualitätssicherung im Mittelpunkt der Vorträge und Diskussionen. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.500 Besucher aus allen Bereichen des Gesundheitswesens.