Der medizinische Fortschritt und die Einsteuerung von Innovationen in die Krankenhausversorgung würden durch die Gesundheitsreform nachhaltig gefährdet, so Weiser. Wenn die Krankenhausversorgung nun noch weiter staatlich reguliert würde, stünde der medizinische Fortschritt gänzlich auf der Kippe. Leistungskürzungen und der Weg in die Rationierungsmedizin seien da-mit vorgezeichnet, erklärte Weiser.

Der Kongresspräsident warnte vor "breiten Schneisen der Insolvenz", die durch die Maßnahmen des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes (GKV-WSG) in die flächendeckende stationäre Versorgung geschlagen würden. Weiser: "Die Krankenhäuser können diesen gesetzlich verordneten Substanzverlust auf gar keinen Fall aus eigenen Mitteln oder aus Wirtschaftlichkeitsreserven auffangen. Wollen sie vor diesem Hintergrund dennoch Qualität und Umfang der bisherigen Leistungen aufrechterhalten, werden sie zwangsläufig in kürzester Frist zahlungsunfähig werden."

Kongresspräsident Weiser erklärte, dass die Krankenhäuser trotz anhaltender Kosten- und Ausgabensteigerungen gleichzeitig immer wirtschaftlicher und effizienter arbeiteten. Während die Kliniken Jahr für Jahr durchschnittlich 17 Millionen Patienten stationär behandelten, vollziehe sich parallel dazu ein beträchtlicher Abbau von Kapazitäten. Seit Anfang der 90er Jahre seien knapp 160.000 bzw. über 20 Prozent aller Krankenhausbetten abgebaut worden. Gleichzeitig sei es den Kliniken gelungen, die durchschnittliche Verweildauer stark abzusenken: Habe die Verweildauer im Krankenhaus 1990 noch 15,3 Tage betragen, könnten die Patienten heute schon nach durchschnittlich 8,6 Tagen entlassen werden.

Eine stärkere Leistungsorientierung erfordere auch die Optimierung der Ressourcen und Prozesse im Krankenhaus, so Weiser. Der 29. Deutsche Krakenhaustag biete dazu gezielt anwendungsorientierte Praxisseminare zu krankenhausspezifischen Fragestellungen an: So würden etwa die aktuellen Entwicklungen und Modelle für die Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte, die Auswirkungen der DRG-Einführung auf die Krankenhausstrukturen sowie die Qualitätsoptimierung durch Risiko-Management und Qualitätsberichte im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Ziel des Krankenhaustages sei es, allen relevanten Berufsgruppen im Krankenhaus - Krankenhausdirektoren, Krankenhausträgern, Ärzten und Pflegepersonal - sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsbildung zu geben.

An den vier Kongresstagen erwartet die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), über 1.500 Besucher aus Klinik und Gesund-heitspolitik. Veranstaltungsort des 29. Deutschen Krankenhaustages ist das Congress Center Düsseldorf-Ost (CCD-Ost) der Messe Düsseldorf. Das ausführliche Kongress-Programm kann unter www.deutscher-krankenhaustag.de herunter geladen werden.