In der auf repräsentativen Erhebungen in den beteiligten Krankenhäusern basierenden Studie werden deutliche Schwächen in der Konzeption und der Umsetzung aufgezeigt. Diese resultieren insbesondere daraus, dass wesentliche Vorgaben des DMP Brustkrebs eine sinnvolle Umsetzung der Programme behindern und an den Bedürfnissen der Patientinnen vorbeigehen.

Im Einzelnen werden folgende Ergebnisse ermittelt:

• Die Teilnahmebereitschaft der Krankenhäuser ist grundsätzlich  sehr groß; rund 400 Krankenhäuser sind bundesweit beteiligt. Gleichwohl sind die vollstationären Fallzahlen von Brustkrebspatientinnen, die an den Programmen teilnehmen, auffallend gering. Eine wesentliche Erklärung dafür ist, dass die Einschreibung der Patientinnen in der Regel durch den DMP-Vertragsarzt nach Diagnosestellung und Ersttherapie im Krankenhaus erfolgt.
• Die Möglichkeiten, Krankenhäuser stärker an der ambulanten Leistungserbringung im Rahmen der DMP Brustkrebs zu beteiligen, können derzeit nicht ausgeschöpft werden. Dies gilt insbesondere für die ambulante Nachsorge durch das Krankenhaus, die von den Patientinnen mehrheitlich gewünscht wird.

• Ein Kernelement der DMP Brustkrebs sind von den Krankenkassen in den Verträgen vorgegebene Mindestmengen als Teilnahmevoraussetzung für Krankenhäuser. Diese sind weder evidenzbasiert noch für die Zulassung der Programme verpflichtend. Die Studie lässt den Schluss zu, dass eine Anzahl von 150 Operationen pro Jahr der Versorgungsrealität, insbesondere aber den Erfordernissen einer flächendeckenden und wohnortnahen Versorgung nicht Rechnung trägt.

• Das Auswahlverfahren der Krankenkassen ist angesichts des Strukturvergleichs von beteiligten und nichtbeteiligten Krankenhäusern nicht immer nachvollziehbar.

Insgesamt zeigte sich in der Untersuchung nur eine Minderheit von 15 Prozent der DMP-Krankenhäuser mit dem erreichten Stand zufrieden. Die Verantwortlichen in den Krankenhäusern kritisieren insbesondere den bürokratischen Aufwand, die Leistungsvergütung, unzureichende ambulante Behandlungsmöglichkeiten, zu wenig Einfluss auf die Behandlungskoordination und Kooperationsprobleme mit den Vertragsärzten. Darüber hinaus wird dem DMP Brustkrebs eine mangelnde Effektivität attestiert.