Baum begrüßte, dass die ärztlichen Gewerkschaftsvertreter in der Öffentlichkeit von ihrer ursprünglichen Forderung nach 30 Prozent mehr Gehalt ohne Mehrarbeit abgerückt sind. Es sei nunmehr die Voraussetzung geschaffen, sachorientierte und realistische Verhandlungen zu führen. Als Richtschnur für die Verhandlungsparteien eigne sich der mit den kommunalen Angestellten geschlossene Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD). Dieser erfülle die gesetzlichen Anforderungen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst ebenso wie den Wunsch der Kliniken und der Ärzte nach einer leistungsorientierteren Vergütungssystematik.

Der DKG-Hauptgeschäftsführer warnte die ärztlichen Gewerkschaftsvertreter indes davor, sich vom Rest der akademischen Berufswelt zu isolieren: "Alle Berufsgruppen haben in den vergangenen Jahren aufgrund des wirtschaftlichen Anpassungsdrucks Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Mehrarbeit  hinnehmen müssen". Eine Herausnahme einer Berufsgruppe sei dem gesamtgesellschaftlichen wie dem innerbetrieblichen Frieden im Krankenhaus abträglich.

Bereits heute sehe der TVöD eine Besserstellung von Ärzten gegenüber anderen Berufseinsteigern vor. So werden Ärzte unmittelbar nach Abschluss des Studiums in die Entgeltgruppe 14 anstatt wie andere Akademiker in die Entgeltgruppe 13 eingruppiert. Auf diese Weise finde mit einem Einstiegsgehalt von monatlich 4.200 Euro brutto (3.060 € Grundgehalt zzgl. 1.100 € Bereitschaftsdienstzulage) eine angemessene Anerkennung des unzweifelhaft enorm verantwortungsvollen Arztberufes statt. Hinzu kommt die regelmäßige Gewährung von Leistungs- und Erfolgsprämien.

Auch müsse berücksichtigt werden, dass sich die Bedingungen für junge Ärztinnen und Ärzte in den letzten Jahren deutlich verbessert haben. Seit der Abschaffung des "Arztes im Praktikum" (AiP) Ende 2004 erhalten ärztliche Berufsanfänger - anders als etwa Juristen oder Lehrer - bereits das volle Gehalt.