Zugleich warnte Kösters vor den Folgen der seit Jahren rückläufigen Investitionsbereitschaft der Bundesländer. Den Kliniken gelänge es nicht mehr, die massiv sinkenden Fördermittel der Länder durch Finanzierungen aus Eigenmitteln oder anderen Quellen auszugleichen. Kösters forderte stabile und verlässliche finanzielle Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser ein, um dem medizinisch-technischen Fortschritt standhalten zu können.

Die Bundesministerin für Gesundheit, Ulla Schmidt, machte in ihrer Grußansprache deutlich, dass die Überwindung der Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung in Deutschland von großer Bedeutung für eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung sei. Die Chance der ambulanten Öffnung der Krankenhäuser müsse im Interesse des Patienten und der Optimierung der Kosteneffizienz von den Beteiligten genutzt werden. Eine größere Kontinuität der Versorgung sei insbesondere bei der Behandlung schwerer und chronischer Erkrankungen sinnvoll, so die Ministerin.

Dr. h.c. Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG, stellte in seinem Vortag "Das Krankenhaus 2020 - Visionen zum Wettbewerb im Gesundheitswesen" als wichtigen Erfolgsfaktor für die Kliniken die kontinuierliche Qualitätsverbesserung heraus.

Im Mittelpunkt des Frühlingsempfangs stand zudem die Verabschiedung des Hauptgeschäftsführers Jörg Robbers sowie die Übergabe der Amtsgeschäfte an Georg Baum. Der Jurist Robbers verabschiedete sich nach 23 Jahren Tätigkeit bei der DKG - davon 10 Jahre als Hauptgeschäftsführer - in den Ruhestand.

DKG-Vizepräsident Wolfgang Pföhler sprach ihm in seiner Laudatio den Dank für das Engagement, dass er für die Krankenhäuser aufgebracht habe, aus: "Die Geschäftsstelle der DKG und die Gremien profitierten nicht nur von Ihrer fachlichen Expertise, sondern auch von Ihren persönlichen Qualitäten als engagierter sowie harter, aber stets zuverlässiger Gesprächs- und Verhandlungspartner. Den Einstieg der DKG in die Selbstverwaltung haben Sie stets gefördert und kanalisiert. Durch Ihren unermüdlichen Einsatz haben Sie die DKG mitgeprägt und dazu beigetragen, dass aus der DKG eine mitgestaltende, vom Gesetzgeber beliehene Vertretung der Krankenhäuser wurde."

Gleichzeitig hieß Pföhler den neuen Hauptgeschäftsführer, Diplom-Volkswirt Georg Baum, herzlich willkommen. Pföhler betonte, dass angesichts der großen Herausforderungen für die Krankenhäuser die Aufgaben für die DKG sicher nicht abnehmen würden: "Umso mehr freuen wir uns, dass wir als Nachfolger eine Persönlichkeit gewinnen konnten, die nicht nur aus der Gesundheitspolitik über 20 Jahre Erfahrung mitbringt, sondern vor allem auch den Krankenhaussektor in allen seinen Besonderheiten beherrscht. 12 Jahre haben Sie, sehr geehrter Herr Baum, als Leiter der Unterabteilung "Gesundheitsversorgung, Krankenhauswesen" im Bundesministerium für Gesundheit die wichtigsten ordnungspolitischen Rahmenbedingungen im Klinikbereich fachlich mit vorbereitet."

Der DKG-Vizepräsident wünschte dem neuen Amtsinhaber eine gute Hand bei der Leitung der Geschäftsstelle, einen weiterhin engen fachlichen Dialog mit der Politik und den wichtigen Playern im Gesundheitswesen sowie stets ein wachsames Auge für die Belange der Krankenhäuser.

Baum betonte in seiner Antrittsansprache, die Trägervielfalt der Krankenhäuser stelle eine wesentliche Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit der DKG dar. Zudem werde er sich künftig darum bemühen, die Kooperation mit der Vertragsärzteschaft zu entkrampfen und weiter auszubauen.