Der DKG-Präsident warnte, es sei schon jetzt absehbar, dass der Arbeitskampf für die Kliniken zu Erlösausfällen in dreistelliger Millionenhöhe führen werde. Diese finanzielle Lücke werde die ohnehin angespannte Personalsituation an den Krankenhäusern weiter massiv verschärfen. Eine unmittelbare Folge des Arbeitskampfes werde der Verlust von Arbeitsplätzen in den Kliniken sein.

DKG-Präsident Kösters erklärte, es sei zynisch und unverantwortlich, wenn die Ärztegewerkschaft auf dem Rücken der Patienten versuche, mit einem Streik ihre maßlos überzogene Forderung nach einer 30-prozentigen Gehaltssteigerung für Klinikärzte durchzusetzen. Kösters stellte klar, dass das Einkommen von Krankenhausärzten sehr deutlich über dem anderer Akademiker im öffentlichen Dienst liege. Behauptungen seitens des MB-Vorsitzenden, Krankenhausärzte würden "grottenschlecht" bezahlt, ließen jeglichen Bezug zur Realität vermissen.

Ein Blick auf die Fakten (Anlage) zeige, dass Klinikärzte im öffentlichen Dienst im Durchschnitt ein monatliches Nettoeinkommen von 3.093 Euro erzielten. Im Vergleich dazu verdienten sonstige Akademiker im öffentlichen Dienst 2.552 Euro. Kösters verwies auf eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), die das Einkommen und die Arbeitszeiten von Krankenhausärzten auf der Grundlage von amtlichen Daten (Mikrozensus) ermittelt hat. Danach lag das Einkommensniveau aller Klinikärzte um 21,2 Prozent über dem der übrigen Akademiker im öffentlichen Dienst.

Vor diesem Hintergrund bezeichnete Kösters die heute von der Ärztegewerkschaft erhobene Forderung nach einer Erhöhung der Beiträge zur Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) um 0,3 Prozent zur Refinanzierung einer 30-prozentigen Gehaltssteigerung als "völlig utopisch". In Tariffragen sei vielmehr ein sozialer Abgleich nötig. Den Klinikärzten müsse klar sein, dass unter den Bedingungen gedeckelter Budgets im stationären Bereich übermäßige Lohnforderungen nur zu Lasten anderer Berufsgruppen im Krankenhaus gehen könnten. Es sei daher der falsche Weg, wenn sich einzelne Berufsgruppen auf die Maximierung ihrer Einzelinteressen beschränkten und die Relation zu anderen Berufsgruppen vergäßen.