Hintergrund ist eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). Danach stehen die Krankenhausärzte den bislang praktizierten Bereitschaftsdienstmodellen weitaus positiver gegenüber als von der Ärztegewerkschaft behauptet. Änderungen der Arbeitszeitorganisation sähen die befragten Mediziner vergleichsweise kritisch. So sei die Mehrheit der Ärzte (62 Prozent) bei einer Wahlmöglichkeit zwischen ihrer momentanen Bereitschaftsdienstvergütung oder mehr Freizeit zu keinem oder nur zu geringem Einkommensverzicht bereit. Lediglich 6,9 Prozent der Ärzte würden auf zusätzliche Einnahmen aus der Bereitschaftsdienstvergütung verzichten, wenn sie ausschließlich die tarifliche Sollarbeitszeit zu leisten hätten.

Der DKG-Präsident machte deutlich, dass sämtliche in der DKI-Studie vorgeschlagenen Veränderungen des Bereitschaftsdienstes von den Ärzten abgelehnt würden. Dies betreffe beispielsweise die Reduzierung der Bereitschaftsdienststufen durch organisatorische Maßnahmen und die Beschränkung der Bereitschaftsdienste auf  Abend-/Nachtstunden bzw. auf Wochenenden. Auch der Ersatz der Bereitschaftsdienste durch Schichtdienst oder die Verlegung von Tätigkeiten aus dem Regeldienst in den Bereitschaftsdienst fiel bei den Ärzten durch.

Die Klinikärzte machten im Rahmen der Studie deutlich, dass sie vielfach ihre Lebensplanung auf die Zusatzvergütung der Bereitschaftsdienste aufgebaut hätten. Zudem ermöglichten flexible Arbeitszeitmodelle mit Bereitschaftsdienst den Ärztinnen und Ärzten die Weiterbildung zum Facharzt in einem überschaubaren Zeitrahmen.