Der DKG-Präsident warnte, wenn der Trend anhalte, drohe der hohe Standard in Deutschland zu erodieren. Nach einer Untersuchung des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) habe der Investitionsstau mittlerweile ein Volumen von rund 50 Milliarden Euro erreicht. Kliniken, die aus eigener Kraft bzw. kreditfinanziert Modernisierungen und Ersatzbeschaffungen vornehmen, gerieten oftmals in existenzielle Schwierigkeiten. Dies gefährde auf Dauer die Versorgungsqualität im Krankenhaus.

Nach der aktuellen Umfrage der Arbeitsgruppe Krankenhauswesen der Arbeitsgemeinschaft der Obersten Landesgesundheitsbehörden (AOLG) sind die gesamtem Fördermittel in Deutschland mit knapp 2,7 Mrd. Euro in 2005 gegenüber dem Vorjahr nochmals um 4,6 Prozent gesunken (West: -3,5 Prozent, Ost: -7,9 Prozent). Im Vergleich zu 1995 fuhren die Länder die Krankenhausfinanzierung damit um 37,6 Prozent zurück (West: -34,2 Prozent, Ost: -46,1 Prozent). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bedeutet dies einen Rückgang um knapp 50 Prozent innerhalb von zehn Jahren. 

Bei den Investitionsfördermitteln gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. So betrug die reale Veränderung an Fördermitteln nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) etwa für Berlin gegenüber 1995 -72,3 Prozent. In Brandenburg lag der Rückgang im gleichen Zeitraum bei -57,0 Prozent. Hingegen hat Schleswig-Holstein seit 1995 einen Zuwachs von 10,0 Prozent zu verzeichnen.

Pföhler forderte die Länder nachdrücklich auf, sich nicht weiter aus ihrem Versorgungsauftrag zurückzuziehen. Ein ausreichendes Investitionsvolumen sei zwingend notwendig, um sowohl dem medizinisch-technischen Fortschritt standzuhalten als auch den erheblichen Investitionsbedarf der Kliniken im Hinblick auf die Herausforderungen in der Versorgung von immer älter werdenden, multimorbiden Patienten zu gewährleisten.