Robbers bekräftigte, dass sich die Krankenhäuser in Deutschland zu "Integrierten Dienstleistungszentren" weiterentwickeln wollten. Diese Zentren seien in besonderem Maße geeignet, die Gesamtverantwortung für die Versorgung von Patienten zu übernehmen: "Wir fordern, die gesetzlichen Regelungen zur Integrierten Versorgung und zur ambulanten Öffnung der Kliniken so auszugestalten, dass sektorenübergreifend ein echter Wettbewerb um die qualitativ bessere Versorgung entstehen kann. Gleiche Wettbewerbsbedingungen sind dabei unabdingbar."

Angesichts der chronischen Unterfinanzierung des stationären Sektors und der im Ansatz stecken gebliebenen Überwindung der sektoralen Trennung im Gesundheitswesen könnten die Kliniken ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen, betonte Robbers. Die Möglichkeiten zur Einbeziehung von Krankenhäusern in die ambulante Patientenversorgung seien weit hinter dem zurück geblieben, was mit dem GKV-Modernisierungsgesetz (GMG) politisch gewollt war.

Änderungsbedarf sieht die DKG auch in bestimmten Selbstverwaltungsstrukturen, die punktuell den politisch gewollten Wettbewerb in der Versorgung unterlaufen. So haben Krankenkassen, Krankenhäuser und Vertragsärzte den gesetzlichen Auftrag, gemeinsam einen Vertrag darüber zu schließen, welche ambulanten Operationen Krankenhäuser durchführen dürfen (§ 115 b SGB V). Bis heute ist es jedoch nicht gelungen, in diesem Vertrag faire Konditionen für die Krankenhäuser festzulegen. Das hindert die Krankenhäuser daran, in diesem Feld aktiv zu werden. Um den Sektoren übergreifenden Wettbewerb zu stimulieren, fordert die DKG, den gesetzlichen Auftrag nach § 115 b SGB V auf eine zweiseitige Vertragsgrundlage zwischen Krankenkassen und Krankenhäusern zu stellen.

Gesetzlichen Anpassungsbedarf sieht die DKG auch bei der steuerrechtlichen Bewertung von Krankenhausleistungen. Robbers machte deutlich, dass die fehlende Anpassung des Steuerrechts auf die gesundheitspolitischen Vorgaben der letzten Jahre seit langem zu großer Unsicherheit bei der Besteuerung im Krankenhausbereich führe. Eine Klarstellung seitens des Gesetzgebers im Bereich der Gemeinnützigkeit sowie der Umsatzsteuer sei daher zwingend erforderlich. Der DKG-Hauptgeschäftsführer: "Die Krankenhäuser sind durch die gesetzlichen Finanzierungsgrundlagen nach Jahren der Budgetdeckelung an der Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit angekommen. Zusätzliche steuerliche Belastungen sind keinesfalls tragbar."