Pföhler - zugleich Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft - wies darauf hin, dass Krankenhäuser als Motor des medizinisch-technischen Fortschritts auch künftig Innovationen unverzüglich in die Versorgung integrieren müssten. Die Regelungen zur Finanzierung und Bewertung von Innovationen müssten diesem Anspruch gerecht werden. Der am 20.09.2005 gefasste Änderungsbeschluss  zur Verfahrensordnung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) sei als Kompromiss ein "Schritt in die richtige Richtung". Gleichwohl sei noch völlig unklar, wie sich die Regelung in der Praxis bewähre und wer die geforderten klinischen Studien künftig finanziere. Die Patienten dürften am Ende keinesfalls das Nachsehen haben.

Der Kongress-Präsident: "Die Verfahrensordnung des GBA stellt in der aktuellen Fassung nicht mehr auf die alleinige Anerkennung eines neuen Verfahrens im Krankenhaus, sondern auf die Erforderlichkeit einer Behandlung beim Patienten bei Fehlen einer Behandlungsalternative ab." So lege die Verfahrensordnung nunmehr fest, dass die Bewertung eines Verfahrens - speziell die Nutzen-Schaden-Abwägung - unter Berücksichtigung aller vorhandenen Studien erfolgt und nicht mehr allein aufgrund von Studien der Evidenzstufe 1.  Dieses Vorgehen trage der Tatsache Rechnung, dass etwa bei seltenen Erkrankungen Studien der Evidenzstufe 1 nicht vorliegen.

Der Wettbewerbsfaktor Innovation wird auch auf dem 28. Krankenhaustag eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Hintergrund eines beträchtlichen Innovationsstaus in Höhe von 50 Mrd. € bei gleichzeitig verschärften Budgetbedingungen geraten viele Kliniken in Bedrängnis. "Krankenhäuser 2006 - Schließung oder Zukunft?" heißt daher  das diesjährige Generalthema.

Die wichtige Kommunikationsplattform für die Krankenhäuser findet vom 16. bis 19. November 2005 im Rahmen der MEDICA in Düsseldorf statt. Auf der Eröffnungsveranstaltung am 16. November werden Experten aus Politik und Wissenschaft die "Perspektiven der Krankenhausversorgung 2006" diskutieren. Die Eröffnungsveranstaltung bildet den Auftakt zu zahlreichen gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen. Das Forum "Qualitätsoptimierung durch Risikomanagement" wird sich mit den unterschiedlichen Aspekten des Risikomanagements auseinandersetzen und die damit verbundenen Zukunftsperspektiven für Krankenhäuser und ihre Rahmenplanung aufzeigen.

Unter Leitung von Heinz Kölking, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, wird es um die Frage nach der Bedeutung von Informationstechnologien für das Krankenhausmanagement gehen.

Auch in diesem Jahr haben die Veranstalter am vierten Kongresstag das Angebot für die ärztlichen Führungskräfte ausgebaut. Das Oberarzt-Forum "Aus der Praxis für die Praxis" greift unter dem Tagungsvorsitz von Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, u.a. das Thema "Fallstrick Kodierung" auf.

Eine weiteres zentrales Thema des Krankenhaustages wird das neue Entgeltsystem auf der Basis diagnose-orientierter Fallpauschalen (DRGs) sein. Die Vortragsveranstaltung "Ein Jahr Konvergenz - Auswirkungen auf die Versorgung" wird sowohl den bisherigen Verlauf der so genannten "Scharfschaltung" des Fallpauschalensystems im Jahr 2005 als auch Entwicklungen von 2006 an diskutieren.

Im Rahmen des Pflegeforums werden unter der Leitung von Irene Maier das "Leistungsprofil der Pflege im Krankenhaus" diskutiert. Im Fokus der Expertenvorträge stehen zudem die "Rolle der Pflegenden im modernen Dienstleistungszentrum Krankenhaus" oder "Neue Organisations- und Führungsstrukturen in der Pflege".

Weitere Schwerpunkte werden die Diskussionsforen zum Thema "Europäische Arbeitszeitrichtlinie - Auswirkungen auf die Personalsituation der Krankenhäuser" sowie zur "Integrations-versorgung und zu Medizinischen Versorgungszentren" sein.

Insgesamt nehmen über 30 Referenten in dem Mix aus Vorträgen, Foren und Praxisseminaren zu den aktuellen gesundheitspolitischen und krankenhausspezifischen Fragen Stellung. Ziel des Krankenhaustages ist es, allen relevanten Interessensgruppen im Krankenhaus - Krankenhausträger, Krankenhausdirektoren, Ärzte und das Pflegepersonal - sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsfindung zu geben.
Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen über 1.500 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Veranstaltungsort des 28. Deutschen Krankenhaustages ist das Congress Center Düsseldorf-Ost (CCD-Ost) der Messe Düsseldorf. Das ausführliche Kongress-Programm ist unter www.deutscher-krankenhaustag.de erhältlich.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) und der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.