AOK-Bundesverband, Bonn
BKK-Bundesverband, Essen
IKK-Bundesverband, Bergisch-Gladbach
See-Krankenkasse, Hamburg
Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel
Bundesknappschaft, Bochum
Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V., Siegburg
AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V., Siegburg
Verband der privaten Krankenversicherung e.V.
Deutscher Apothekerverband
Bundesärztekammer
Bundeszahnärztekammer
Deutsche Krankenhausgesellschaft
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung

Die an der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beteiligten 15 oben genannten Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen haben eine neue Betriebsorganisation, die "gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH" gegründet. Der Gesellschaftsvertrag wurde am 11. Januar 2005 in Berlin von den Gesellschaftern in Anwesenheit der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt unterzeichnet. Die neue Gesellschaft mit Sitz in Berlin löst das bisher mit der Planung und Organisation beauftragte vorläufige Projektbüro protego.net ab. Zweck der Gesellschaft ist die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte, eines elektronischen Rezeptes und darauf aufbauend von weiteren Telematikanwendungen im Gesundheitswesen wie z. B. der elektronischen Patientenakte.

Die Gründung der neuen Betriebsorganisation geht auf eine Einigung der Spitzenorganisationen mit dem Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) vom 28.10.2004 zurück. Mit Hilfe der neuen Organisation sollen Entscheidungsprozesse optimiert und die Einführung der Gesundheitskarte damit beschleunigt werden. Leistungserbringer und Kostenträger sind mit jeweils 50 % an der neuen Gesellschaft beteiligt. Gesellschafterbeschlüsse werden mit einer qualifizierten Mehrheit von 67 % der Stimmen gefasst. An den Gesellschafterversammlungen nimmt ein Vertreter des BMGS teil, ist aber nicht stimmberechtigt. Die Gesellschaft hat einen Beirat, in den u. a. Patientenvertreter, Wissenschaft, Industrieverbände, Länder und Datenschützer berufen werden, die vor wichtigen Entscheidungen angehört werden.

Die Spitzenorganisationen gehen davon aus, dass die Betriebsorganisation nun auch gesetzlich verankert wird. Dabei muss das derzeit gesetzlich fixierte Prinzip der Einstimmigkeit durch ein qualifiziertes Mehrheitsprinzip ersetzt werden.

Voraussichtlich noch im Januar 2005 wird die Gesellschafterversammlung erstmalig tagen. Dort wird aus dem Kreis der Gesellschafter der Vorsitzende und sein Stellvertreter gewählt. Harald Flex, Geschäftsführer der Informationstechnischen Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung (ITSG), wird zunächst als Interimsgeschäftsführer die Geschäfte der neuen Gesellschaft organisieren, bis die neue Geschäftsführung eingesetzt ist.