DKG-Präsident Wolfgang Pföhler drückte sein Bedauern aus, dass der zuständige Bundestags-Ausschuss die Änderungsvorschläge der DKG nicht weiter aufgegriffen habe. Vor dem Hintergrund der Stellungnahme des Bundesrates sei jedoch ein Vermittlungsverfahren wahrscheinlich. Pföhler appellierte daher bereits heute an die beteiligten Vertreter von Bundestag und Bundesrat, die Änderungsvorschläge der DKG im weiteren Verfahren zu berücksichtigen. Der Krankenhausbereich dürfe als leistungsmäßig wichtigster Bestandteil der Krankenversorgung nicht zum Spielball politischen Kalküls werden. Vielmehr brauchten die Kliniken zügig Planungssicherheit, um die notwendigen Vorbereitungen für das erste Jahr der "Scharfschaltung" des DRG-Systems zu treffen.

Pföhler verwies auf das richtungweisende Positionspapier  der DKG zum notwendigen Änderungsbedarf des Krankenhaus-Fallpauschalensystems, das insbesondere auf die Vermeidung von Verwerfungen im Bereich der Hochleistungsmedizin abziele. Der DKG-Vorstand hatte das Papier mit einer Zustimmung von über 90 Prozent verabschiedet. Damit stünde die überwältigende Mehrheit aller deutschen Klinikträger-Gruppierungen hinter dem Forderungskatalog. Dies böte auch für die Politik die Gewähr, dass sich die wesentlichen Interessengruppen in einem Kompromiss wiederfänden.

Im Kern fordert die DKG:

• Verlängerung der Konvergenzphase auf fünf Schritte

• Verringerung des Einstiegswinkels: 10 Prozent (2005), 20 Prozent (2006, 2007), 25 Prozent (2008, 2009)

• Kappungsgrenze für Budgetverluste während der Konvergenzphase von 1 Prozent (2005), 2 Prozent (2006, 2007) sowie 2,5 Prozent (2008, 2009) vom Budget

• Individualisierung der vorhandenen Öffnungsklauseln und Zuschlagsregelungen für Krankenhäuser (schiedsstellenfähig).

Der DKG-Präsident betonte: "Zwar steht die DKG uneingeschränkt zum Starttermin der Scharfschaltung am 1. Januar 2005, doch mit wesentlich geringeren Auswirkungen auf das einzelne Krankenhausbudget". Trotz eines verbesserten Fallpauschalenkataloges für 2005 gebe es noch zu viele Unwuchten im System, die eine massive Benachteiligung von vielen Kliniken nach sich zöge. An ein Preissystem müssten hohe Anforderungen gestellt werden. Dies erfordere Zeit, damit sich die Auswirkungen auf die Kliniken und auf die Patienten rechtfertigen lassen. Anderenfalls führe dies zu erheblichen Verwerfungen in der Krankenhauslandschaft.