Nach DKG-Schätzungen seien damit 10 bis 20 Prozent der 100.000 Ausbildungsplätze in den Kliniken existentiell gefährdet. Vor dem Hintergrund dringend benötigter Fachkräfte im Krankenhaussektor einerseits bei einer wachsenden Nachfrage nach Gesundheitsleistungen andererseits treffe eine solche Entwicklung die Patientenversorgung ins Mark.

Pföhler begrüßte daher ausdrücklich die im Regierungsentwurf zu einem 2. Fallpauschalen-Änderungsgesetz vorgesehene Finanzierung auf Basis der tatsächlichen Kosten. Nur so könne der Abbau von Ausbildungsplätzen bzw. eine Schließung von Ausbildungsstätten vermieden werden. Der DKG-Präsident: "Die Bildung von krankenhausindividuellen Ausbildungsbudgets und deren Vereinbarung auf der Ortsebene bietet die Gewähr, dass unterschiedliche Strukturen berücksichtigt werden können und zugleich vollständige Kostentransparenz geschaffen wird". Die vordringliche Aufgabe müsse es sein, für die Zukunft sicherzustellen, dass den Krankenhäusern ausgebildetes Fachpersonal in ausreichender Zahl zur Verfügung stehe. Dafür müssten die nötigen Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Gleichzeitig appellierte Pföhler dringend an die Regierungsfraktionen, an dem Gesetzentwurf hinsichtlich der Ausbildungsfinanzierung keine grundsätzlichen Änderungen mehr vorzunehmen. Anderslautende Vorschläge der Krankenkassen sowie des Deutschen Pflegerates bezeichnete er als  in hohem Maße kontraproduktiv für die langfristige Sicherstellung der Ausbildungsplätze im Krankenhaus.

Pföhler wies darauf hin, dass die Ergebnisse der Ermittlung der Gesamtkosten je Ausbildungsplatz eine außerordentlich hohen Streuung zeigten. So betrügen die Kosten für den Ausbildungsplatz einer Krankenschwester aufgrund von Erhebungen des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) bundesweit  zwischen 2.141 und 17.811 Euro. Die Ausbildungsplätze seien deshalb mit starren  Pauschalen nicht angemessen zu finanzieren. Bei der Ermittlung von  Pauschalwerten - noch dazu auf der Grundlage einer keineswegs gesicherten Datenbasis - seien darüber hinaus Fehlsteuerungen innerhalb des Finanzierungssystems zu erwarten.