Pföhler betonte, dass der optimistische Zeitplan, den die Politik seit dem Jahr 2000 aufgestellt habe, nicht zu halten sei. Die Politik hat für die "Scharfschaltung" des Systems eine Anpassung von drei Schritten (2005 - 2007) vorgegeben, in der die Krankenhäuser ihre hausindividuellen Preise an die landesweiten Fallpreise anpassen.

Der DKG-Präsident: "Zwar steht die DKG uneingeschränkt zum Starttermin der Scharfschaltung am 1. Januar 2005, doch mit wesentlich geringeren Auswirkungen auf das einzelne Krankenhausbudget". Die DKG fordere, die Konvergenzphase auf fünf Schritte auszudehnen. Nach Anpassungsschritten von 10 Prozent (2005), 20 Prozent (2006), 20 Prozent (2007), 25 Prozent (2008) und 25 Pro-zent (2009) würden schließlich kumuliert 100 Prozent des Preisunterschiedes zum Landesbasisfallwert im Jahre 2009 angeglichen werden.

Die Einführung einer Kappungsgrenze soll bewirken, dass der maximale Betrag, den ein Krankenhaus verliert, im ersten Jahr nicht mehr als 1 Prozent vom Klinikbudget beträgt. In den Folgejahren soll der Wert dann für zwei Jahre bei jeweils 2 Prozent und schließlich für zwei Jahre bei jeweils 2,5 Prozent liegen. 

Das Fallpauschalensystem habe in vielen Bereichen noch große Schwächen und könne daher dort auch nicht angemessen die Versorgungswirklichkeit abbilden. Durch die Begrenzung des Verlustes soll den Kliniken eine realistische Möglichkeit gegeben werden, die internen Kostenstrukturen an das neue Vergütungssystem anzupassen, während gleichzeitig parallel zur Systemweiterentwicklung die Präzision der Leistungsabbildung und somit die Leistungsgerechtigkeit der Vergütung zunimmt, machte Pföhler deutlich.
 
Die DKG fordert darüber hinaus, die vorhandenen Öffnungsklauseln und Zuschlagsregelungen für Krankenhäuser zu individualisieren, das heißt schiedsstellenfähig von der Bundesebene auf die Ortsebene zu verlagern.

Gleichzeitig betonte der DKG-Präsident, dass sich die Krankenhäuser derzeit in einem Dilemma befänden. Einerseits sollten sie bei einer zunehmend alternden Gesellschaft Jahr für Jahr eine steigende Zahl an Patienten versorgen. Und andererseits setze sich die Erosion der finanziellen Basis seit Jahren fort. Die vor wenigen Tagen festgestellte Grundlohnsummensteigerung von 0,38 Prozent für das Jahr 2005 bedeute einmal mehr, dass die Budgets der Kliniken real abnähmen.