"Die erhöhte Finanzierungslast durch die Ausbildungkosten geht einseitig zu Lasten der Schulen an den Krankenhäusern", betonte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Jörg Robbers, heute in Berlin. Die DKG fühle sich insoweit durch die Kritik des Bundesrates an der vorliegenden Fassung des Gesetzentwurfs bestätigt. Der Bundesrat hatte am 12. Juli 2002 in seiner Stellungnahme hervorgehoben, dass nicht nur die Qualität der Krankenpflegeausbildung, sondern auch ihre gerechte Finanzierung zu sichern sei. Durch die geplante gegliederte praktische Ausbildung und den dadurch geringer werdenden Ausbildungsabschnitt im Krankenhaus würden die Kliniken eine überproportionale Finanzlast tragen.

   Robbers forderte den Gesetzgeber auf, eine finanzielle Beteiligung aller Ausbildungsbeteiligten zwingend in den Gesetzentwurf einzuarbeiten. Die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zur Finanzierung der Mehrkosten bereitgestellten 100 Millionen Euro bezeichnete er als Signal, aber nicht als Lösung des Problems.

   Die DKG begrüße grundsätzlich die Absicht der Bundesregierung, das Krankenpflegegesetz zu modifizieren, um auf Dauer eine qualitativ hochwertige Krankenpflegeausbildung sicherzustellen. Der aktuelle Gesetzentwurf sei jedoch das völlig falsche Rezept, um auf die künftigen Herausforderungen eines hochdifferenzierten Gesundheitssystems adäquat zu reagieren. Robbers: "Es bedarf vielmehr einer Spezialisierung und nicht wie im Gesetzentwurf vorgesehen einer Verallgemeinerung der jeweiligen Pflegeberufe".