Mit knapp 3,4 Mrd. Euro in 2001 sind die Fördermittel zwar geringfügig um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, im Vergleich zu 1991 fuhren die Länder die Krankenhausfinanzierung jedoch um rund sieben Punkte zurück. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bedeutet dies einen Rückgang um zwei Drittel innerhalb von elf Jahren. "Die Schere zwischen den zur Verfügung stehenden Mitteln und dem tatsächlichen Bedarf hat sich damit stetig weiter geöffnet, betonte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Burghard Rocke, heute in Berlin. Der DKG-Präsident warnte davor, dass sich der Staat immer weiter aus seinem Versorgungsauftrag zurückziehe. Ein ausreichendes Investitionsvolumen sei zwingend notwendig, um sowohl dem technischen Fortschritt standzuhalten als auch den erheblichen Investitionsbedarf der Kliniken im Hinblick auf die Einführung des neuen diagnose-orientierten Fallpauschalensystems zu gewährleisten.

Mit einer staatlichen Investitionsquote von 7,5 Prozent und einer Gesamtinvestitionsquote von durchschnittlich 11,7 Prozent (West: 10,5 Prozent, Ost: 17,4 Prozent) liegt der stationäre Bereich dem "Krankenhaus-Barometer" zufolge deutlich niedriger als andere Unternehmen. Der bis dato aufgelaufene Investitionsstau wird auf 25 bis 50 Mrd. Euro geschätzt. Die zur Verfügung stehenden Investitionsmittel setzten die Kliniken im letzten Jahr zu 57 Prozent für Baumaßnahmen ein. An zweiter Stelle mit etwa 24 Prozent wurde in Medizintechnik investiert. In den neuen Bundesländern besteht nach wie vor Nachholbedarf im Bereich der Bauinvestitionen. 62 Prozent der ostdeutschen Krankenhäuser gaben an, dass hier noch keine Niveau-Angleichung gegenüber den westdeutschen Häusern erreicht worden sei. Künftigen Investitionsbedarf sehen die Krankenhäuser insbesondere im Bereich EDV.

Mehr denn je sind die Klinken auch auf die Erschließung weiterer Finanzierungsquellen angewiesen. 63 Prozent der befragten Häuser gaben an, dass sie alternative Nutzungs- und Finanzierungskonzepte einsetzen. Am häufigsten handelt es sich dabei um die Form des Leasings. Neben staatlichen Investitionsmitteln sind Fördermittel der Krankenhausträger (12,7 Prozent) sowie Mittel aus eigenen Überschüssen (12,2 Prozent) weitere wichtige Finanzierungsquellen. Ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial sehen die befragten Häuser im "Fundraising". Immerhin 36 Prozent verfügen schon jetzt über einen Förderverein.

Das Deutsche Krankenhausinstitut e.V. (DKI) ermittelt jährlich in zwei Umfragen repräsentative Daten zu Entwicklungen und Trends im stationären Sektor. Auftraggeber sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) sowie der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD).