Dabei demonstrierten das Bundesgesundheitsministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KV Nordrhein) die eGesundheitskarte. "Die eGesundheitskarte ist ein entscheidendes Instrument zur Sicherung der Qualität der gesundheitlichen Versorgung", erklärte Bundesge-sundheitsministerin Ulla Schmidt. Denn sie vermeide Parallelbehandlungen und verbessere die Transparenz der Behandlung. Derzeit seien die Daten weit gestreut und müssten im Notfall erst mühsam beschafft werden.

 

Anlässlich der Präsentation wies Hausarzt Dr. Michel Stankewitz eine Patientin in das Städtische Krankenhaus Düren ein. Auch die Übermittlung eines eRezepts an eine Apotheke klappte reibungslos. Die Krankenhausärzte und Apotheker verfügten mittels der eGesundheitskarte beispielsweise über Angaben wie Begleiterkrankungen oder vergangene Medikationen. Das Bundesgesundheitsministerium, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die KV Nordrhein und die Deutsche Krankenhausgesellschaft sehen darin eine deutliche Verbesserung für die Patientenversorgung.

 

Der Blick auf die Notfalldaten ermöglichte den schnellen Zugriff auf Informationen wie Blutgruppe und Allergiebelastung. "Mit der eGesundheitskarte ist der sichere elektronische Datenaustausch über die verschiedenen Bereiche des Medizinbetriebs hinweg möglich", erläuterte Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender der KV Nordrhein und Zweiter Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundes-vereinigung.

 

Schlüssel zum Datenzugang ist die eGesundheitskarte. Die Organisatoren hatten eine herkömm-liche Chipkarte, wie sie rund 72 Millionen Bürger besitzen, um die Berechtigung erweitert, in einem geschützten Server auf Daten zuzugreifen. In der Praxis wird die eGesundheitskarte noch nicht eingesetzt. Das Dürener Modell zeigt aber, dass dies möglich ist - inklusive eRezept und eArztbrief mit den Funktionen Einweisung, Überweisung, Entlassungsbericht und Befunddaten-übermittlung. Die technischen Grundlagen für den Einsatz eGesundheitskarte wurden im Rahmen des Projektes Doctor to Doctor (D2D) geschaffen. Dabei handelt es sich um eine Telematik-Initiative der KV Nordrhein, die zurzeit in Düren getestet wird.

 

Die im Rheinland entwickelten Lösungen korrespondieren mit den Konzepten des Aktionsforums Telematik im Gesundheitswesen und sind mit dem vom Bundesgesundheitsministerium ange-strebten Gesundheitspass kombinierbar. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht nur Konzepte abliefern, sondern auch umsetzen können. Im Interesse der Patienten sind wir gerne weiterhin der Motor eines modernen, die Möglichkeiten der Technik sinnvoll nutzenden Gesundheitswesens", sagte Hansen.