Danach schneidet Deutschland im internationalen Vergleich hinsichtlich des Verhältnisses von Leistungen zu Kosten des stationären Sektors sehr gut ab. Insbesondere die grenzüberschreitende Versorgung biete den Häusern daher gute Chancen, neue Betätigungsfelder zu erschließen, betonte der DKG-Vizepräsident.

"Die deutschen Krankenhäuser müssen künftig verstärkt ihre Leistungen EU-Ausländern anbieten können", forderte Odenbach. Er unterstrich, dass bürokratische Hürden bei der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen durch die EU und den Bund deutlich vereinfacht und abgebaut werden müssen. Erforderlich sei zudem eine europaweite Transparenz über die Voraussetzungen der Kostenübernahme. "Unabdingbar für den europäischen Wettbewerb ist selbstverständlich, dass die für inländische Kliniken geltenden Zulassungsvoraussetzungen hinsichtlich Qualität und Wirtschaftlichkeit auch für ausländische Leistungsanbieter gelten", stellte der DKG-Vizepräsident klar. Hierzu seien weitere rechtliche Anpassungen auf europäischer und nationaler Ebene notwendig.

Unter Qualitätsgesichtspunkten seien die deutschen Kliniken absolut konkurrenzfähig, machte der DKG-Vizepräsident deutlich. Dazu trage nicht nur das hohe Ansehen der deutschen Medizin im Ausland, sondern auch die vergleichsweise gute technologische Ausstattung bei.

Die DKG-Studie zum internationalen Krankenhausvergleich weist nach, dass die deutschen Krankenhäuser mit einem seit Jahren weitgehend konstanten Ausgabenanteil am Bruttoinlandsprodukt (BIP) von rund 3,4 Prozent bei hoher Qualität sehr wirtschaftlich arbeiten. Zum Vergleich: In den europäischen Nachbarländern wie z.B. Schweiz (4,6 Prozent), Frankreich (4 Prozent) und Österreich (3,8 Prozent) werden deutlich höhere Anteile des BIP für die stationäre Versorgung aufgewendet. Bei einer durchschnittlichen Ausgabenintensität versorgen die deutschen Krankenhäuser zugleich eine deutlich überdurchschnittliche und stetig wachsende Zahl von Patienten.