Über die Hälfte (50,5 Prozent) der befragten Kliniken schätzen ihre derzeitige wirtschaftliche Situation als "unbefriedigend" ein - deutlich mehr als im Jahr zuvor (31,3 Prozent in 2001). Auch für das laufende Jahr sehen über zwei Drittel der Häuser schwarz: 68 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Situation gegenüber dem Vorjahr eher verschlechtern wird - im Jahr 2001 belief sich der entsprechende Wert noch auf 42 Prozent.

Das "Krankenhaus-Barometer" spiegele sichtbar die schlechte Stimmung in Deutschlands Krankenhäusern wider, kommentierte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Dr. Burghard Rocke, die Umfrageergebnisse. Ursache sei die strikte Budgetierung. Weiter verschärfend würden zudem die von der Bundesregierung verordnete "Null-Runde" sowie die nur unzureichend refinanzierten Tarifsteigerungen wirken, erklärte Rocke. "Die Krankenhäuser benötigen dringend stabile politische und finanzielle Rahmenbedingungen", machte der DKG-Präsident deutlich. Erforderlich sei insbesondere die Abkehr von der starren Budgetierung der letzten Jahre, betonte er.

Vor dem Hintergrund der angespannten wirtschaftlichen Situation der Kliniken hat eine unrechtmäßige, aber trotz eindeutigen Urteils des Bundessozialgerichts immer häufiger anzutreffende "Sparstrategie" der Krankenkassen um so größere Brisanz: In durchschnittlich 16 Prozent aller stationären Fälle zahlen die Kassen nicht fristgerecht oder verweigern sogar Zahlungen teilweise oder komplett. Hochgerechnet beliefen sich die entsprechenden Außenstände zum ersten Ende des ersten Halbjahrs 2002 auf insgesamt rund 1,3 Mrd. Euro - Beträge, die die Liquidität der stationären Einrichtungen erheblich gefährden.

Trotz der vielfach widrigen Rahmenbedingungen bereiten sich die Krankenhäuser weiter intensiv auf die mit Einführung der Fallpauschalen neue Wettbewerbssituation vor. Laut "Krankenhaus-Barometer" plant die große Mehrheit der Häuser Änderungen ihres Leistungsangebots: 48 Prozent wollen das ambulante Operieren einführen oder ausweiten. Ein Viertel aller befragten Kliniken will künftig auch sonstige ambulante Leistungen anbieten. Jedes zehnte Krankenhaus will zudem ambulante Rehabilitations- oder Pflegeleistungen in sein Leistungsangebot aufnehmen. Ein Drittel aller Häuser denkt darüber hinaus über die Ansiedlung von niedergelassenen Ärzten am Krankenhaus nach. "Die DKG wird die Forderung nach einer weitergehenden Öffnung der Krankenhäuser für ambulante Leistungen mit Nachdruck in die gesundheitspolitische Debatte einbringen", bekräftigte DKG-Präsident Rocke.

Das DKI ermittelt jährlich in zwei Umfragen des "Krankenhaus-Barometers" repräsentative Daten zu Entwicklungen und Trends im stationären Sektor. Auftraggeber sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) sowie der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK).