Zudem sollen die Kliniken nur dann Vergütungen aus dem "Sondertopf" erhalten, wenn sie mehr Patienten behandeln als zuvor vereinbart. Demgegenüber werden die Leistungen der Kassenärzte im Rahmen der Integrierten Versorgung vollständig für jeden Patienten aus dem "Sondertopf" vergütet.  Der DKG-Vizepräsident: "Dies ist eine Quersubventionierung der Kassenärzte auf Kosten der Krankenhäuser". Die jetzige Regelung benachteilige die Krankenhäuser in eklatanter Weise und setze keinerlei Anreize für Kliniken, an der Integrierten Versorgung teil zu nehmen, machte Gohde deutlich. Statt dessen forderten die Kliniken Wettbewerb zwischen den besten Versorgungsformen, damit die Patienten tatsächlich von der verbesserten Behandlungssituation profitierten. Er forderte die Vertreter der Konsensrunde der Bundestagsfraktionen auf, diese Gerechtigkeitslücke zu schließen und die politisch gewollte Integrierte Versorgung nicht ins Leere laufen zu lassen.   

Die Teilöffnung der Krankenhäuser für ambulante Leistungen im Rahmen der Gesundheitsreform begrüßte Gohde grundsätzlich. "Mit der Öffnung der Kliniken für ambulante hochspezialisierte Leistungen haben wir die einmalige Chance, die starre Sektorentrennung im Gesundheitswesen aufzubrechen und die Behandlungsqualität für schwerstkranke Menschen zu verbessern." Unverständlich sei indes, warum die Politik an anderer Stelle des Arbeitsentwurfes den Erfolg dieser Maßnahmen unterhöhlt. So soll der neue Gemeinsame Bundesausschuss auch über die Weiterentwicklung gerade dieser hochspezialisierten Leistungen entscheiden, die Kliniken ambulant erbringen dürfen. Zudem soll der Ausschuss die Richtlinien an die ambulante Leistungserbringung des Krankenhauses erlassen. Angesichts der Stimmen- und Sitzverteilung des neuen Bundesauschusses sei eine Behinderung der Teilöffnung der Kliniken jedoch vorprogrammiert. So sieht die reguläre Besetzung des Ausschusses ein Übergewicht der Vertragsärzte gegenüber dem Krankenhaussektor vor (4 KBV, 2 KZBV, 3 DKG). "Diese Regelungen führen letztlich dazu, dass die angestrebte Öffnung der Krankenhäuser faktisch ins Leere laufen wird", warnte Gohde. Die DKG fordere stattdessen eine gleichgewichtige Stimmenverteilung der Leistungserbringer im Gemeinsamen Bundesausschuss, wenn die politisch gewollte Teilöffnung der Krankenhäuser tatsächlich realisiert werden solle, stellte der DKG-Vizepräsident klar.