Für den Krankenhausbereich ist die Situation dramatischer denn je. Rocke: "Die Mitarbeiter wandern entweder in die alten Bundesländer, ins Ausland oder in andere Berufsfelder ab. Der Arztberuf hat seine hohe Attraktivität verloren." Grund sei die massive Arbeitsverdichtung im Krankenhaus durch die zunehmenden Fallzahlen (jährlich 300.000 Mehrfälle bundesweit), ohne dass eine Refinanzierung der Personalmehrkosten gewährleistet sei.

Rocke verwies zudem auf das aktuelle "Krankenhausbarometer" - eine Studie des Deutschen Krankenhausinstituts - vom Jahr 2002, in dem empirisch eine Zuspitzung des Personalmangels im Krankenhaus belegt ist. Danach hat sich die Situation in den neuen Bundesländern gegenüber dem Vorjahr sogar noch verschärft. 80 Prozent aller ostdeutschen Krankenhäuser können offene Stellen nicht mehr besetzen (Vorjahr 75 Prozent)- über 1.000 Stellen sind vakant. "Wenn nicht bald politisch gehandelt wird, platzt der Kessel", warnte Rocke.

Dass der Ärztemangel besonders in den neuen Bundesländern ausgeprägt ist, ist auch dem Ministerium bekannt. Daher habe Ministerin Schmidt auch zu recht eine Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung in unterversorgten Gebieten im Rahmen der in Kürze erwarteten Gesundheitsreform vorgesehen.