Der Hauptgeschäftsführer der DKG, Jörg Robbers, betonte heute in Berlin: "Die Kernkompetenz für sektorübergreifende Versorgungsstrukturen muss zukünftig bei den Krankenhäusern liegen. Voraussetzung ist eine mit Augenmaß zu realisierende weitergehende Öffnung der Krankenhäuser." Mit Blick auf die bisherige Regelung machte Robbers zudem deutlich, es sei niemandem klar zu machen, warum etwa eine Brustkrebspatientin nach sieben Tagen ihren operierenden Krankenhausarzt nicht mehr konsultieren dürfe. Der Gesetzentwurf trüge diesem Missstand in geeigneter Weise Rechnung.

Nach dem GMG-Entwurf sind Krankenhäuser künftig berechtigt, einen Monat nach Entlassung Patienten ambulant weiter zu behandeln. Daneben sollen Kassen mit Kliniken direkt Verträge im Rahmen der Chroniker-Programme (DMP) und hochspezialisierter Leistungen abschließen können. Zudem sollen Krankenhäuser in unterversorgten Regionen zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassen werden.

Die DKG präsentierte gleichzeitig einen Katalog spezialisierter fachärztlicher Leistungen, die ambulant im Krankenhaus erbracht werden sollten. Der DKG-Hauptgeschäftsführer: "Die Vorteile sind für die Patienten deutlich spürbar. Durchgehende Versorgung bei wiederkehrenden Klinikaufenthalten, Qualitätsvorteile insbesondere bei hochspezialisierten Behandlungen, Vermeidung von Doppeluntersuchungen, Bündelung von fachlicher Expertise durch Bildung von Spezialistenteams sowie die Verbesserung des Gedankens der integrierten Versorgung."

Kritisch äußerte sich Robbers zur geplanten Änderung in der Sicherstellung und Planung der Krankenhausversorgung. Laut Entwurf würde der Kontrahierungszwang der Kassen mit Plankrankenhäusern vom 1. Januar 2007 an entfallen. Voraussetzung der Zulassung zur Behandlung von GKV-Patienten wäre der Abschluss eines Versorgungsvertrages mit den Kassen auf Landesebene. In Konfliktfällen könnte das Land Versorgungsverträge beanstanden bzw. für die Kassen abschließen.

Robbers bezeichnete die Regelung zum jetzigen Zeitpunkt als verfrüht: "Ohne die Auswirkungen des Fallpauschalensystems auf die Leistungsstrukturen zu kennen, kann man unmöglich an die Krankenhausplanung herangehen." Vorher müssten zwingend die finanztechnischen Rahmenbedingungen für 2007 vorliegen einschließlich einer tragfähigen Investitionsfinanzierung in der Zukunft. Die DKG hielte es zudem für äußerst fraglich, ob bei der jetzigen Fassung die Interventionsmöglichkeiten des Landes zur Sicherstellung der stationären Versorgung ausreichend seien.

Der Katalog "Spezialisierte und fachärztliche ambulante Leistungen" ist auch im Downloadbereich verfügbar.