Hauptproblem für die Kliniken ist die Abwanderung der Ärzte ins Ausland und in andere Berufsfelder bei gleichzeitig ausbleibenden Neubesetzungen. Insgesamt sind 3160 ärztliche Stellen und 2570 Stellen im Pflegebereich vakant. In den neuen Bundesländern ist der Ärztemangel besonders ausgeprägt. Hier können 80 Prozent aller Krankenhäuser offene Stellen nicht mehr besetzen. Hauptgrund für die Personalmisere im Krankenhaus ist die massive Arbeitsverdichtung im Krankenhaus durch die zunehmenden Fallzahlen (jährlich 300.000 Mehrfälle bundesweit), ohne dass gleichzeitig zusätzliches Personal finanziert werden kann. Dabei klafft die Schere zwischen gedeckelten Budgets einerseits und Personalkostensteigerungen andererseits zunehmend auseinander. So bemisst sich die Unterdeckung durch den jüngsten Tarifabschluss allein schon auf 1,9 Milliarden Euro. Dies entspricht 41.000 Klinikarbeitsplätzen.

Nach Einschätzung der Krankenhäuser werden die Folgen des Personalmangels zwangsläufig auch für die Patienten spürbar sein. So ist eine Verringerung der persönlichen Betreuungszeit der Patienten zu erwarten. Nach einer aktuellen Studie des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) vom Dezember letzten Jahres planen darüber hinaus bereits ein Drittel aller Kliniken die Einführung von Wartelisten.

Die Informationskampagne "Kliniken gegen Personalkollaps" soll  über acht Wochen hinweg die Öffentlichkeit bundesweit in einzelnen Krankenhäusern über die prekäre Personalsituation aufklären. Die 16 Landeskrankenhausgesellschaften und die Deutsche Krankenhausgesellschaft werden im Rahmen von Informationsveranstaltungen die Kampagne begleiten.