Die geplante Gesundheitsreform sei eine einmalige Chance, den "Anfang vom Ende der Sektorentrennung im Gesundheitswesen" einzuläuten, erklärte Robbers. Im Wettbewerb der Leistungsanbieter sei die Öffnung der Krankenhäuser schon aus Gründen der Chancengleichheit unerlässlich, betonte der DKG-Hauptgeschäftsführer. Zugleich forderte er, die Möglichkeit von Einzelverträgen für Kliniken auf den Bereich der integrierten Versorgungsformen zu beschränken.

Nach den Plänen von SPD und Bündnisgrünen sind Krankenhäuser künftig berechtigt, hochspezialisierte Leistungen ambulant zu erbringen sowie Patienten bis zu einem Monat nach Entlassung ambulant weiter zu behandeln. Darüber hinaus wird die ambulante Leistungserbringung für Kliniken im Rahmen der Chroniker-Programme (DMP) und integrierter Versorgungsformen ermöglicht.

Bei der Öffnung der Kliniken gehe es insbesondere um die ambulante Erbringung spezialisierter Leistungen bei schwerwiegenden und chronischen Krankheiten wie etwa Krebs, Schlaganfällen oder Herzerkrankungen. Das bedeute gerade für schwerkranke Patienten eine deutliche Verbesserung der Versorgung, machte Robbers deutlich. "Diese Regelungen sind Kernstück der notwendigen Strukturreform des Gesundheitswesens," betonte der DKG-Hauptgeschäftsführer. Sie seien der Schlüssel für eine qualitativ bessere Patientenversorgung und mehr Effizienz und Wirtschaftlichkeit im System.

Robbers zeigte sich erstaunt über die ablehnende Haltung der CDU/CSU zur weitergehenden Öffnung der Kliniken. Das Argument der Union, die Öffnung der Krankenhäuser habe in den Niederlanden zu langen Wartelisten geführt, sei unverständlich. Die Versorgungssituation in den Niederlanden sei in erster Linie auf eine deutliche Unterausstattung im stationären Sektor zurückzuführen, stellte der DKG-Hauptgeschäftsführer klar.