Gerry O´Dwyer, Vorsitzender des Verbandes der Europäischen Krankenhausdirektoren (EAHM), bewertete E-Health als eines der maßgeblichsten Gebiete im Gesundheitssektor, das zu einer Steigerung von Qualität und Patientensicherheit beitragen könne. Auch unter ökonomischen und organisatorischen Gesichtspunkten seien Vorteile zu sehen. „Wir haben heute hier die erfahrensten Gesundheitsprofis aus Europa und darüber hinaus zusammengebracht“, so der Tagungsvorsitzende der im zwei-Jahres-Rhythmus stattfindenden Konferenz. Der Patient, erklärte er, müsse bei den gemeinsam erarbeiteten Lösungen immer im Mittelpunkt stehen.

Andrzej Rys, Direktor der Generaldirektion Gesundheit der Europäischen Kommission, stellte den „E-Health-Aktionsplan 2012-2020 der Europäischen Kommission“ vor. „Die Europäische Kommission hat die Digitalisierung zu ihrer Kernstrategie gemacht, der digitale Binnenmarkt gehört zu den zehn Schwerpunkten“, stellte Rys fest. Das Ziel sei es, Möglichkeiten zu schaffen, sowohl für die Menschen als auch für die Wirtschaft, um den europäischen Binnenmarkt fit für das digitale Zeitalter zu machen. Zentrale Themen seien unter anderem die Herstellung der Interoperabilität zwischen den Informationssystemen der Gesundheitssysteme, Cyber-Sicherheit, Datenqualität oder standardisierte elektronische Gesundheitsakten.

Eva Weinreich-Jensen, neue Präsidentin des Europäischen Krankenhausverbandes (HOPE), wies darauf hin, dass HOPE seit langem mit verschiedenen Projekten aktiv sei. „Wichtig ist, dass die in den Gesundheitsberufen tätigen Menschen sehen, dass diese Systeme sie in ihrer Arbeit unterstützen.“ Zusammen mit Joao de Deus, Präsident der Europäischen Vereinigung der Leitenden Krankenhausärzte (AEMH), diskutierte sie die „Positionierung der Stakeholder zum Aktionsplan“.

„Jamaika“ im Fokus
Der 40. Deutsche Krankenhaustag war in diesem Jahr insbesondere von den Erwartungen und Herausforderungen der Krankenhäuser an die künftige Bundesregierung geprägt. Die Spitzen der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK) erläuterten auf der Eröffnungsveranstaltung zusammen den Bundestagabgeordneten Lothar Riebsamen (CDU), Maria Klein-Schmeink (Bündnis90/Die Grünen) und Prof. Dr. Andrew Ullmann (FDP) den aktuellen Sondierungsstand der möglichen Jamaika-Koalitionäre.

Rund 2.000 Besucher aus allen Bereichen des Gesundheitswesens erörterten vor dem Hintergrund der aktuellen gesundheitspolitischen Reformdiskussion an den vier Kongresstagen unter dem Motto „Krankenhäuser in einer neuen Zeit.“ zentrale Krankenhausthemen. Das Spektrum reichte von der Digitalisierung, Qualitätssicherung, Pflegeausbildung nach der Reform, Krankenhaus-Controlling, der sektorübergreifenden Notfallversorgung, Medizinischen Versorgungszentren, Patientenzufriedenheit, Brandschutz im Krankenhaus bis zur Novellierung der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Auf große Resonanz stieß ebenfalls die DKG-Informationsveranstaltung zur Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems sowie zum neuen Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen.

Kongresspräsident Thomas Reumann, zugleich Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), betonte, dass es dem Krankenhaustag gelungen sei, mit einer Kombination aus gesundheitspolitischer und praxisorientierter Ausrichtung die verschiedenen Berufsgruppen zusammen zu führen und umfassend zu informieren.

Der 41. Deutsche Krankenhaustag wird vom 12. bis 15. November 2018 erneut in Düsseldorf im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse MEDICA stattfinden.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.