Eine Prüfung der medizinischen Einschätzungen der Krankenkassen durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden von Bund und Ländern ist angesichts der hohen Komplexität (ca. 25.000 Prozedurencodes und ca. 12.500 Diagnosecodes) schlicht nicht möglich. „Auch aus den massenhaften Rechnungsprüfungsaufträgen, die die Krankenkassen über die Medizinischen Dienste in den Krankenhäusern veranlassen, ist eine höchst fragwürdige Interpretation medizinischer Prozeduren und Diagnosen seit langem bekannt. Ziel hierbei sind Rechnungskürzungen, die sich in den überwiegenden Fällen als nicht berechtigt herausstellen. Es wäre gut, wenn es eine unabhängige Prüfinstanz gäbe, die die von den Krankenkassen selbst zugegebenen Manipulationen bei der Erlangung von Mitteln aus dem Gesundheitstopf verhindert. Am besten wäre es deshalb, wenn man den bisherigen Medizinischen Dienst aus der Trägerschaft der Krankenkassen herauslösen und zu einem Medizinischen Dienst der Selbstverwaltung umgestalten würde. Transparenz, wie sie von den Krankenhäusern stets gefordert wird, muss auch für die Krankenkassen gelten“, so Baum.