„Wir teilen die Sorge der öffentlichen Apotheken, weisen aber darauf hin, dass sich die Probleme in den Krankenhausapotheken genauso widerspiegeln würden. Wenn jede Krankenkasse die Versorgung ausschreibt, werden wir eine Fülle unterschiedlicher Verträge haben. Das bedeutet aber neben Chaos und Bürokratie vor allem, dass die Versorgungsqualität sinkt. Patienten müssten unterschiedlich behandelt werden. Bei einem ist die Vertragsfirma lieferfähig, bei einem anderen muss möglicherweise eine Behandlung ausfallen, weil eine zeitgerechte Lieferung des Zytostatikums nicht möglich war – ein unhaltbarer Zustand. Die jetzige Versorgungssituation ist hochwertig und wird den Belangen krebskranker Menschen gerecht. Ausschreibungen sind für einen so sensiblen Bereich kein geeignetes Mittel“, machte der DKG-Hauptgeschäftsführer deutlich. „Wer und was in die Kliniken geliefert wird, muss in der Eigenverantwortung der Krankenhäuser bleiben. Das Instrument der Ausschreibungen bei Zytostatika muss aus dem Gesetz gestrichen werden“, forderte Baum.

Die Zytostatika werden in Krankenhausapotheken und öffentlichen Apotheken patientenindividuell und aufgrund tagesaktueller Laborergebnisse innerhalb weniger Stunden zubereitet und können dann direkt eingesetzt werden. So schnell kann kein industrieller Herstellerbetrieb agieren. Qualitätseinbußen durch die Zytostatika-Ausschreibungen sind absehbar, da aufgrund langer Transportzeiten und -wege die patientenindividuell zubereiteten Zytostatika nicht mehr kurzfristig und in der gewohnten Qualität zur Verfügung stehen könnten.