Seit Jahren steigen die Personalkosten stärker als die Vergütungen, die die Kliniken für Behandlungen erhalten. Die Personalkostenlücke beläuft sich mittlerweile auf 3,5 Milliarden Euro. „Darüber hinaus haben wir eine Investitionslücke von mindestens 3 Milliarden Euro. Die Kliniken brauchen 6 Milliarden Euro, bekommen von den Bundesländern aber nur 2,7 Milliarden Euro“, so der GDK-Geschäftsführer weiter. Die unzureichenden Investitionen hätten Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und die Arbeitslasten für das Personal, aber auch auf Qualität und Patientensicherheit. Norden appellierte an die Politik, den Kliniken keine neuen Lasten aufzubürden. Stattdessen müssten sie besser in die Lage versetzt werden, ihren medizinischen Versorgungsauftrag zu erfüllen. Norden: „Dazu benötigen sie aber entsprechende Ressourcen.“

Die aktuelle Diskussion um die Krankenhausversorgung zeigt, mit welchen Herausforderungen sich die Kliniken konfrontiert sehen: „Beste Qualität braucht bessere Finanzierung“ – lautet daher das Generalthema des 37. Deutschen Krankenhaustages, der vom 12. bis 15. November 2014 im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse MEDICA in Düsseldorf stattfindet. Im Rahmen der gesundheitspolitischen Auftaktveranstaltung stehen vor allem die politischen Entwicklungen zur geplanten Klinikreform im Mittelpunkt.

Kongresspräsident Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, zugleich Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, wird zusammen mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Annette Widmann-Mauz, Johann-Magnus von Stackelberg, dem stellv. Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbandes sowie DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum über die Perspektiven und Erwartungen des stationären Sektors diskutieren. Themen wie die Qualitätsoffensive und die Krankenhausplanung, das DRG-System, die Betriebskostenfinanzierung ebenso wie die zentrale Problematik der Investitionsfinanzierung spielen beim diesjährigen Krankenhaustag eine bedeutende Rolle.

Im Fokus der Beiträge und Diskussionen steht am Eröffnungstag darüber hinaus die Fortentwicklung des Fallpauschalensystems im Krankenhaus. In der DKG-Informationsveranstaltung „Das G-DRG-System 2015“ werden die Referenten auch über die Herausforderungen des neuen Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen informieren.

Ein weiteres Highlight ist das Krankenhaus-Träger-Forum am zweiten Kongresstag. Die Referenten werden in der neuen Veranstaltungsreihe die zentralen Herausforderungen der Krankenhäuser in den Themenfeldern „Qualität und Patientensicherheit“, „Personalsicherung“ und „Strategien zur Zukunftssicherung“ aus Sicht der verschiedenen Krankenhausträger diskutieren. Aus der Politik wird der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange der Patienten, BMG-Staatssekretär Karl-Josef Laumann, in seinem Vortrag „Qualität und Patientensicherheit – Erwartungen der Patienten“ die Positionen der Bundesregierung vorstellen.

Die zunehmende Akademisierung und die Professionalisierung der Pflege stehen im Forum „Pflege im Krankenhaus“ ebenfalls am zweiten Kongresstag im Mittelpunkt. In der Veranstaltung „Aktuelle Brennpunkte“ erwartet die Besucher ein Streitgespräch zum Thema „Pay for Performance“ zwischen DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum und Uwe Deh, geschäftsführender Vorstand des AOK-Bundesverbandes. Mit der IT-Schwerpunktveranstaltung „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“ stehen innovative Themen aus dem Bereich der Krankenhaus-Telematik auf dem Programm. Vortragsveranstaltungen der Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA e.V. (AKG) und der P.E.G. Einkaufs- und Betriebsgenossenschaft eG beschließen das Kongressprogramm am zweiten Veranstaltungstag.

Das Management Forum beschäftigt sich am dritten Kongresstag schwerpunktmäßig mit den Entgeltverhandlungen 2015 und der Umsetzung zur qualitätsorientierten Krankenhausplanung. Die Hospital Management Conference der European Association of Hospital Managers (EAHM) widmet sich der „Absicherung eines nachhaltigen Qualitätsmanagements durch innovative Finanzierungsinstrumente“. Neueste Trends rund um das MVZ im Krankenhaus rückt die Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung e.V. in den Fokus. Der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) wird in seinem Symposium anhand von Themen wie „Datenerhebung“, „Leitlinienentwicklung“ oder „Krankenhausfinanzierung“ Anspruch und Wirklichkeit der Qualitätssicherung im Krankenhaus kritisch überprüfen. Eine Vortagsveranstaltung des Deutschen Vereins für Krankenhaus-Controlling (DVKC) zum Thema „Update Controlling“ rundet diesen Kongresstag ab.

Der 37. Deutsche Krankenhaustag endet mit einer Fachtagung des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte zur „Novellierung der GOÄ“ am vierten und letzten Kongresstag.

Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag, erwartet an den vier Kongresstagen über 1.800 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik. Das Programm bietet umfassende Gelegenheit zur Diskussion zwischen den Partnern im Gesundheitswesen und den Beschäftigten im Krankenhaus.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.