„Die beabsichtigte Umsetzung dieser EU-Verordnung wird zu erheblichen Beeinträchtigungen in der Luftrettung führen. Die Anforderungen an Hubschrauber-Landeplätze an Krankenhäusern sollen so verschärft werden, dass etwa die Hälfte der bisherigen Landeplätze nicht mehr angeflogen werden kann. Als fatale Konsequenz können beispielsweise Schwerstverletzte künftig nur noch dann in die am besten geeignete Klinik geflogen werden, wenn deren Hubschrauber-Landeplatz den neuen Bedingungen unter anderem für die Hindernisfreiheit in einer definierten Einflugschneise entspricht. In dicht besiedelten Städten ist das jedoch häufig nicht praktikabel.

Auch der Transport schwer kranker Patienten von einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung in eine weiterversorgende Klinik der Maximalversorgung auf dem Luftweg hängt dann von der Umsetzbarkeit der EU-Verordnung ab. Denn: In beiden Kliniken muss der Hubschrauberlandeplatz den Anforderungen der EU-Verordnung entsprechen, was häufig nicht nur unmöglich ist, sondern auch das gesundheitliche Wohl von Patienten in Gefahr bringt.

Nicht zuletzt generiert besagte Verordnung auch noch Kosten: Dort, wo Dachlandeplätze für Hubschrauber auf Kliniken als Problemlösung in Frage kommen, sind bauliche Investitionen in Millionenhöhe erforderlich, die von den Ländern getragen werden müssen. Diese kommen aber bereits heute ihrer Finanzierungsverpflichtung für Investitionen nicht nach.

Die DKG fordert deshalb die Bundesregierung im Interesse der Patienten dringend auf, die Verordnung auszusetzen oder Ausnahmeregelungen zu schaffen. Die Aufrechterhaltung der medizinischen Notfallversorgung durch die Luft muss Vorrang vor EU-Umsetzungen haben. Die bestehenden Hubschrauberlandeplätze müssen weiter genutzt werden können.“