Mit gleichem Tenor würden in allen Bundesländern und vor Ort in den Krankenhäusern Auftaktveranstaltungen der Kampagne durchgeführt, erläuterte Dänzer und kündigte an, dass die Kampagne von den 2.000 Kliniken in die Städte, Kreise und Regionen getragen würde. Die Kampagne der Krankenhäuser habe zum Ziel, die Bedeutung und die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu würdigen und stärker ins Bewusstsein zu rufen. Zugleich solle mit der Kampagne die Politik auf die Notwendigkeit zur Bereitstellung ausreichender finanzieller Ressourcen aufmerksam gemacht werden. Der DKG-Präsident: „Wir fordern von Krankenkassen und Politik eine redliche Diskussion über die Versorgungsrealitäten in den Krankenhäusern.“

Dänzer wies darauf hin, dass mit 18,3 Millionen stationären Behandlungsfällen die Krankenhäuser in 2013 eine neue Höchstinanspruchnahme zu verzeichnen hätten. Dies sei ein großer Vertrauensbeweis der Bevölkerung in Qualität und Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser. Umso unverständlicher – ja unredlich – seien bloße Behauptungen der Krankenkassen über enorme Behandlungsfehler in Kliniken, die zum Ziele hätten, die ca. 2000 Kliniken und ihre 1,1 Millionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schlecht zu reden. Besonders aber bräuchten die Krankenhäuser verbesserten Rechtsschutz vor Rufschädigungen durch von Kassen „selbstgestrickte“ Qualitätsvergleichslisten, forderte der DKG-Präsident.

Die gesetzliche Verpflichtung der Krankenkassen zur Information der Patienten dürfe nicht länger als Freibrief zur Diffamierung und wirtschaftlichen Schädigung einzelner Krankenhäuser missbraucht werden. Als Körperschaften des öffentlichen Rechts müssten die Kassen zu fachlich und faktisch belegbaren Bewertungen verpflichtet werden. Dänzer berichtete, dass die Krankenhäuser inzwischen eine zunehmende Verunsicherung der Patienten und ihrer Angehörigen feststellten. Zu befürchten seien negative Auswirkungen auf die rechtzeitige Inanspruchnahme medizinischer Leistungen.

Wie kein anderer Bereich des Gesundheitswesens seien die Krankenhäuser bei der Verbesserung der Qualität aktiv. Allerdings müssten die Kosten der Qualitätssicherung, die sich in Form von mehr Personal sowie höheren sächlichen und baulichen Aufwendungen darstellen, refinanziert werden. Dies in den Vergütungssystemen sicherzustellen, sei eine zentrale Erwartung der Krankenhäuser an die von der Politik angekündigte Qualitätsoffensive. Dänzer: „Nur von den Kliniken zu fordern, ohne sie bei der Qualität zu fördern, geht nicht.“

Die zentrale Zukunftsaufgabe für die Krankenhäuser sei die Personalsicherung, erklärte der DKG-Präsident. Die Teilhabe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der wirtschaftlichen Entwicklung sei eine maßgebliche Voraussetzung für die Sicherung der Attraktivität der Beschäftigung in den Berufen des Gesundheitswesens. Allerdings müssten Tarifsteigerungen über die Vergütungssysteme auch eins zu eins refinanzierbar sein. Die Krankenhäuser könnten einen Anstieg der Personalkosten wie sie in den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst derzeit geforderten würden, nicht ansatzweise bezahlen. Noch mehr Rationalisierungsdruck ginge zu Lasten von Qualität und Sicherheit. „Die Koalition muss die Finanzierung sicherstellen, bekräftigte Dänzer. Der DKG-Präsident betonte: „Mit dem Leitsatz der Kampagne ‚Wann immer das Leben uns braucht‘ fordern wir eine konsequent krankenhausfördernden Politik, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt.“

Das Statement des DKG-Präsidenten, Alfred Dänzer, kann unter www.dkgev.de heruntergeladen werden.