Die unbestritten unzureichende Investitionsmittelbereitstellung durch die Bundesländer werde überhaupt nicht thematisiert, monierte Baum. Die dringend notwendigen Veränderungen im Vergütungssystem bei der Refinanzierung der laufenden Kosten, insbesondere der Personalkosten, würden zwar erkannt, blieben aber ebenfalls ohne konkreten Vorschlag. Gleichwohl sei zu begrüßen, so der DKG-Hauptgeschäftsführer weiter, dass die Personalkosten auf der Ebene der DRG-Kalkulation in ausreichender Höhe und Gewichtung berücksichtigt werden sollen. Immerhin positiv sei, dass Probleme wie die doppelte Degression, Mängel des Orientierungswertes und die unzureichende Ausgestaltung des Sicherstellungszuschlages als solche erkannt würden und die Finanzierung der Extremkostenfälle verbessert werden solle. „Es ist aber wenig hilfreich, die Krankenhäuser zu Soll-Personalvorhaltungen zwingen zu wollen, wenn nicht klar geregelt wird, dass die jährlichen Personalkostensteigerungen über die Vergütungen refinanziert werden“, so Baum.

Baum unterstrich, dass die Qualität der deutschen Krankenhausmedizin auf weltweit anerkanntem hohem Niveau sei. Schon heute würden in den jährlich veröffentlichten Qualitätsberichten umfassende Informationen einschließlich Qualitätsvergleich geliefert. Baum warnte: „Eine Verknüpfung von Vergütung und Qualität ist der falsche Weg. Er fördert die Risikovermeidung und erschwert die medizinische Versorgung schwerstkranker Patienten.“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ist der Dachverband der Krankenhausträger in Deutschland. Sie vertritt die Interessen der 28 Mitglieder – 16 Landesverbände und 12 Spitzenverbände – in der Bundespolitik und nimmt ihr gesetzlich übertragene Aufgaben wahr. Die 2.045 Krankenhäuser versorgen jährlich 18,3 Millionen stationäre Patienten und 18 Millionen ambulante Behandlungsfälle mit 1,1 Millionen Mitarbeitern. Bei 83,4 Milliarden Euro Jahresumsatz in deutschen Krankenhäusern handelt die DKG für einen maßgeblichen Wirtschaftsfaktor im Gesundheitswesen.