Weitere Schwerpunkte bildeten die Herausforderungen an das Pflegemanagement durch die alternde Bevölkerung, die Krankenhausplanung oder die ambulante spezialfachärztliche Versorgung. Sehr erfreulich war der Zuspruch der bereits zum zweiten Mal integrierten „European Hospital Conference“, auf der u.a. die Umsetzung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung erörtert wurde. Auf große Resonanz stieß ebenfalls die Informationsveranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems sowie zum neuen Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen.

Der diesjährige Kongresspräsident und DKG-Präsident, Alfred Dänzer, zog eine positive Bilanz. „Vor dem Hintergrund der sich verändernden politischen Rahmenbedingungen war der Deutsche Krankenhaustag einmal mehr das zentrale Informations- und Diskussionsforum der Krankenhauswirtschaft“, sagte Dänzer. Zum 14. Mal im Rahmen der weltweit größten Medizinmesse MEDICA organisiert, belegten knapp 1.900 Besucher aus allen Bereichen des Gesundheitswesens eindrücklich den Stellenwert des Kongresses.

Die Haftpflicht im Krankenhaus stand im Mittelpunkt des letzten Kongresstages. Warum steigen die Haftpflichtprämien so immens? Welche Konsequenzen hat dies für den leitenden Krankenhausarzt? Wie verhält sich der leitende Krankenhausarzt in dieser Situation richtig? 

Michael Petry, Geschäftsführer des ECCLESIA Versicherungsdienstes, machte deutlich, dass Kliniken auch in diesem Jahr mit Prämienmehrforderungen konfrontiert seien: „Die Bevölkerung wird älter, der medizinische Fortschritt nimmt zu, die Schadensfälle auch. Da können die Versicherer keine weiteren Kapazitäten zur Verfügung zu stellen.“ Von besonderer Problematik seien die schweren Personenschäden. Petry: „Sie machen einen sehr kleinen Anteil an den Stückzahlen, aber einen erheblichen Anteil am Schadenaufwand aus.“ Da sich der Schadenaufwand und damit die Haftpflichtprämie tendenziell weiter nach oben bewegten, müssten leitende Ärzte und Kliniken auf eine Regelung zur Refinanzierung der Risikokosten für den stationären Sektor drängen. Ausländische Versicherer böten hier keine Alternativen. Darüber hinaus sei auch der Ausbau des Risikomanagements in den Kliniken erforderlich. Der DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum hatte zuvor darauf hingewiesen, dass die Kliniken mit mehreren Hundert Millionen Euro durch steigende Prämien belastet würden, ohne dass diese Kostensteigerungen den Kliniken refinanziert würden. Andere Versicherte wie die Deutsche Bahn oder die Energiewirtschaft legten diese Kosten auf die Preise und damit den Endverbraucher um.

Der 37. Deutsche Krankenhaustag wird vom 12. bis 15. November 2014 erneut in Düsseldorf im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse MEDICA stattfinden. Auch dann erwartet die Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik wieder ein Forum mit vielen interessanten Diskussionen rund um das Krankenhauswesen.