Das ECCLESIA-Forum ist traditionell ein weiteres thematisches Highlight dieses Veranstaltungstages. Unter dem Tagungsvorsitz von Kongresspräsident Alfred Dänzer, zugleich Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), diskutierten Experten beim ECCLESIA-Forum über „Krankenhaushaftpflicht – Notwendigkeit höherer Prämien“. „Wir sind auf dem Weg zu einer 200-Millionen-Euro-Prämiensteigerung. 86 Millionen Euro davon sind Versicherungssteuer, die an den Staat abgeführt werden und nicht zur Versicherungsdeckung beitragen“, so Manfred Klocke, Mitglied der Geschäftsführung des Versicherungsdienstes ECCLESIA GmbH, und ergänzt: „Es gibt Bereiche, die weniger Versicherungssteuer zahlen, als die Krankenhäuser.“ DKG-Präsident Dänzer: „Wir müssen uns auf eine Verdoppelung einstellen.“ Das habe nichts mit politisch diskutierten Strukturveränderungen zu tun. „Man löst nicht alle Probleme in diesem Kontext.“ Andreas Wagener, stellvertretender DKG-Hautgeschäftsführer, stellte fest: Es gebe keinen Versicherungsnotstand im Krankenhausbereich. Das Kind sei noch nicht in den Brunnen gefallen. „Aber es läuft um den Brunnen herum und wir sind gerade dabei, einen Zaun um den Brunnen zu ziehen.“ Eine Ursache für steigende Prämien sieht er auch in der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt: „Niedrige Zinsen wirken sich auf die Höhe der Prämien aus.“ Versicherungsschutz sei eine Frage des Preises. Die Krankenhausbehandlung sei eine Hochrisikobranche, aber in diesem Bereich wäre es nicht so einfach, das mögliche Risiko auf die Preise umzulegen.

Im Pflegeforum stand in diesem Jahr das Thema Fehlervermeidungsstrategien auf der Tagesordnung. Dr. Stephan Wallmeyer, Geschäftsführer der Wallmeyer Medizinische Seminare GmbH, und Lufthansa-Pilot Robert Schröder, stellten Praxisbeispiele aus Klinik und Luftfahrt vor. Sie forderten einen konstruktiven Umgang mit Fehlern und kritischen Vorfällen. Eine Beschuldigung von einzelnen Mitarbeitern helfe nicht weiter: „Jeder ist verantwortlich“, machte Schröder deutlich. Zudem sei die Betriebsatmosphäre von entscheidender Bedeutung. Die Fehlerhäufigkeit erhöhe sich laut Studien um den Faktor fünf, wenn das Betriebsklima nicht stimme. Im Anschluss zeigte Christian Dahlmann, Leiter der Pflege-IT der Universitätsklinik Essen, wie sich anhand von Krankenhausinformationssystemen die Patientensicherheit weiter erhöhen und mögliche Risiken minimieren ließen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Themenblock „Gesundheitspolitik aus der Perspektive der Profession Pflege“ mit Vorträgen wie „Die Pflegekammern – was das für die Pflege bedeutet“, „Personalmangel – Lösung durch Anwerbung ausländischer Pflegefachpersonen?“ oder die „Pflegepersonalbemessung“.

Ebenfalls am zweiten Veranstaltungstag fand eine Vortragsveranstaltung der Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA (AKG) statt. Ein Highlight war die ausgelobte AKG-Auszeichnung für „herausragende Gesundheitsbauten 2013“, die die Bedeutung guter Architektur auf diesem Spezialgebiet in das öffentliche Bewusstsein rücken soll. Es wurden insgesamt 34 Arbeiten aus vier Ländern eingereicht. Auszeichnungen für herausragende Gesundheitsbauten gingen an das Universitätsklinikum Ulm (Chirurgie/Dermatologie), das Partikel-Therapie-Zentrum Marburg sowie das Zentrum für Psychiatrie Friedrichshafen. Gewinner der „Anerkennungen für herausragende Gesundheitsbauten“ waren das Kinder- und Herzzentrum der Universität Innsbruck und die Kinderzahnarztpraxis KU 65 in Berlin. Die nächste AKG-Auslobung wird im Jahr 2016 stattfinden.

Der 36. Deutsche Krankenhaustag bietet bis zum 23. November 2013 Experten und Praktikern im Krankenhauswesen eine interdisziplinäre Plattform, Konzepte und Visionen für das deutsche Krankenhauswesen zu diskutieren. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.