Jüngste Umfragen und Studien beziffern den Anteil der defizitären Krankenhäuser für das Jahr 2013 auf nahezu 50 Prozent. In den Jahren 2011 und 2012 lag der Anteil der Kliniken mit negativem Geschäftsergebnis noch bei rund 30 bzw. 40 Prozent.

Die Gründe für die Notlage vieler Krankenhäuser sind vielfältig. „Die gesetzlichen Kürzungsmaßnahmen der vergangenen Jahre waren ein Fehler“, machte Düllings, zugleich Präsident des Verbandes Krankenhaus-direktoren Deutschlands (VKD), deutlich. „Sie haben nur zu unverhältnis-mäßig hohen Rücklagen im Gesundheitsfonds und bei den Krankenkassen beigetragen.“ Für kleinere Kliniken mit einem vom Land zugewiesenen Auftrag zur stationären Grundversorgung seien die Fallpauschalen problematisch. Das System vernachlässige insbesondere die Vorhalteleistung der wohnortnahen Grundversorgung. In vielen Gesprächen Anfang dieses Jahres hätten die Bundestagsabgeordneten uni sono versichert, dass man eine wohnortnahe Grundversorgung wolle. Wenn dem so sei, müsse die Systematik der Fallpauschalen an dieser Stelle revidiert werden. „Es sollte ein praxistauglicher, nach einem Kriterienkatalog zu vereinbarender Sicherstellungszuschlag eingeführt werden“, so Düllings.

Vor diesem Hintergrund rückt der 36. Deutsche Krankenhaustag unter dem Generalthema „Fair finanziert – Krankenhäuser brauchen Zukunft.“ die künftigen Herausforderungen der Krankenhauspolitik in den Fokus: Im Rahmen der Auftaktveranstaltung am 20. November werden Kongresspräsident Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, und weitere Spitzenvertreter der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mit den für den Gesundheitsbereich zuständigen Experten der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen die finanziellen Perspektiven des stationären Sektors diskutieren.

Im Anschluss bietet die Deutsche Krankenhausgesellschaft mit der Informationsveranstaltung „Das G-DRG-System 2014“ ein Forum zur Information und Diskussion rund um die Fallpauschalenvergütung und das neue Entgeltsystem für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen. Diese beiden Veranstaltungen bilden den Auftakt zu zahlreichen gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen: Vom Pflegeforum, Krankenhausbau oder IT-Schwerpunktveranstaltungen bis hin zu neuesten Trends rund um das MVZ sowie zur Haftpflicht im Krankenhaus können sich die Besucher über neueste Trends informieren.

Ein Highlight ist der neue Veranstaltungsblock „Aktuelle Brennpunkte“ am zweiten Kongresstag: Die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, wird ausführlich zum Thema Krankenhausplanung Stellung beziehen. Ein Schwerpunkt des dritten Veranstaltungstages ist die „2nd Joint European Hospital Conference“ mit hochkarätigen Referenten aus den europäischen Kliniken und dem nationalen und internationalen Krankenhausverbandswesen. Die Konferenz steht thematisch ganz im Zeichen der Umsetzung der Europäischen Patientenrechte-Richtlinie und dem Innovationszugang in den Kliniken Europas.

Ziel des Krankenhaustages ist es, allen Berufsgruppen im Krankenhaus – Ärzten, Krankenhausdirektoren, Controllern, Technikern, Krankenhaus-trägern und Pflegepersonal – sowie den Partnern im Gesundheitswesen die Gelegenheit zur Diskussion und Meinungsbildung zu geben. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen rund 1.700 Besucher aus Klinikbetrieb und Gesundheitspolitik. Das ausführliche Kongress-Programm steht unter www.deutscher-krankenhaustag.de als PDF-Datei zum Herunterladen bereit.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.