„Die Beurteilung der Qualität der Versorgung darf nicht mit der Entlassung an der Krankenhauspforte aufhören“, bekräftigte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). „Wichtig ist, dass sich die Qualität der Behandlung am Patienten orientiert“. Mit viel Aufwand haben die Krankenhäuser in den vergangenen zwei Jahren die technischen Weichen für eine längsschnittliche Zusammenführung von Qualitätsdaten gestellt. Zukünftig sollen Implantationen und Wechseloperationen bei Hüft- und Kniegelenksendoprothesen patientenbezogen über die Zeit beurteilt werden können, egal in welchem Krankenhaus und zu welchem Zeitpunkt sich der Patient behandeln lässt. Auch für die Herzschrittmacher-Leistungsbereiche wurde ein stationäres Follow Up beschlossen.

Diese Längsschnittbetrachtungen sollen bis spätestens 2015 in die Praxis umgesetzt werden – sobald die für die Verknüpfung der pseudonymisierten Patientendaten notwendigen datenschutzrechtlichen Prüfungen abgeschlossen sind.

Mehr Transparenz

Seit dem letzten Qualitäts-Report des AQUA-Instituts 2011 sind weitere qualitative Verbesserungen in 15 der insgesamt 30 untersuchten Leistungsbereiche zu verzeichnen. Von 464 Qualitätsindikatoren haben sich 56 verbessert. 379 sind auf konstant gutem Niveau geblieben. Für acht Qualitätsindikatoren war noch keine Tendenzaussage möglich, da sie erstmalig erhoben wurden. Ebenfalls eine positive Entwicklung zeigt sich im stationären Leistungsgeschehen hinsichtlich der Transparenz. So werden künftig 289 Qualitätsindikatoren (anstatt bisher 182) im Qualitätsbericht jedes Krankenhauses veröffentlicht.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Bundesfachgruppen nur noch bei einem einzigen Qualitätsindikator besonderen Handlungsbedarf sehen. 2011 war dies bei acht der Fall, 2010 noch bei neun und 2009 sogar bei 21 Qualitätsindikatoren.

Erstmals ist im vorliegenden Qualitätsreport auch ein Kapitel zum Thema Nosokomiale Infektionen enthalten. Dabei handelt es sich um eine Darstellung bereits bestehender, relevanter Indikatoren der externen stationären Qualitätssicherung (esQS). Sie weisen über die letzten Jahre weitgehend unveränderte Wundinfektionsraten aus. Diese Ergebnisse entsprechen auch den Krankenhausinfektionsraten anderer Surveillance-Systeme in Deutschland bzw. im internationalen Vergleich. Gleichzeitig zeigen die vorliegenden Daten der externen stationären Qualitätssicherung auch die Grenzen für die Beurteilung der Versorgungsqualität auf. Grundsätzlich müssen weitere Daten, insbesondere aus dem ambulanten Bereich, in die Surveillance miteinbezogen werden.

Herausragende Leistungsbereiche

Das AQUA-Institut hat den Krankenhäusern vor allem gute bis sehr gute Versorgungsqualität bescheinigt:

•    in den orthopädisch-unfallchirurgischen Leistungsbereichen (Hüftgelenknahe Femurfraktur, Hüft- und Knie-Endoprothetik). Bei 94,5 Prozent bzw. 96 Prozent der Patienten werden medizinisch korrekte und relevante Indikationskriterien zur Erstimplantation eines künstlichen Hüft- oder Kniegelenks angegeben.

•    in den Herzschrittmacher-Leistungsbereichen sowie analog bei den implantierbaren Defibrillatoren.

Die in den beiden genannten Leistungsbereichen teilweise beobachtbare Spannweite der Krankenhausergebnisse wird im Strukturierten Dialog mit den jeweiligen Einrichtungen geklärt.

•    Die drei Leistungsbereiche der Herzchirurgie sowie der Leistungsbereich Gynäkologische Operationen weisen stabile und überwiegend gute Ergebnisse auf.

•    Insgesamt gute bis sehr gute Ergebnisse werden auch in den Leistungsbereichen Geburtshilfe und Neonatologie bescheinigt.

•    Vor allem die Leistungsbereiche der Transplantationsmedizin und Lebendspenden stehen laut Qualitätsreport zu Unrecht im Lichte des Organspende-Skandals, denn auch hier weisen die Ergebnisse auf eine gute Versorgungsqualität hin, wie das AQUA Institut hervor hebt.

Der Qualitätsreport 2012 wird auf der Internetseite des AQUA-Instituts (www.sqg.de) veröffentlicht. Der Report kann auch als Druckexemplar unter www.sqg.de/themen/qualitaetsreportbestellt werden.