Wenn der Deutsche Krankenhaustag im November seine Pforten öffnet, wird die Debatte um die künftige Ausrichtung des Gesundheitswesens nach der Bundestagswahl weiter an Fahrt gewinnen. Dabei spielt insbesondere der Kliniksektor die zentrale gesundheitspolitische Rolle in der neuen Legislaturperiode: Wie kann der steigende Behandlungsbedarf einer älter werdenden Bevölkerung in Zukunft nachhaltig finanziert werden? Stehen die Krankenhäuser vor einer grundlegenden Reform? Und welche Konzepte verfolgen die unterschiedlichen Parteien dazu? Im Mittelpunkt des 36. Deutschen Krankenhaustages stehen die gesundheitspolitischen Positionen der Bundestagsparteien und ihre möglichen Auswirkungen auf den Wachstums- und Innovationsmotor Krankenhaus. Mit einem Jahresumsatz von über 83 Milliarden Euro sind die 2.045 Kliniken in Deutschland ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und einer der leistungsstärksten Jobmotoren im Gesundheitswesen. Sie stärken und stabilisieren die Binnenkonjunktur in weit überdurchschnittlichem Maße.

Gleichzeitig müssen sich die Kliniken bei knappen finanziellen Ressourcen einem immer schärferen Qualitäts- und Leistungswettbewerb stellen. Für die stetige Versorgung mit Gesundheitsdienstleistungen benötigen die Krankenhäuser vor allem finanzielle Planbarkeit und ordnungspolitische Berechenbarkeit, um ihre Patienten weiterhin auf internationalem Spitzenniveau versorgen zu können. Dabei belasten die gesundheits-politischen Restriktionen der vergangenen Jahre die Kliniken in hohem Maße. Das im Juni vom Deutschen Bundestag verabschiedete Maßnahmenpaket zur finanziellen Entlastung der Krankenhäuser verschafft den Kliniken kurzfristig Luft und ist ein klares Zeichen, dass sich die Politik der angespannten Situation im Kliniksektor bewusst ist. Eine nachhaltige Weiterentwicklung der Krankenhausfinanzierung nach der Bundestagswahl bleibt indes unabdingbar.

Vor diesem Hintergrund des durchgreifenden Strukturwandels im deutschen Gesundheitswesen wird der diesjährige Krankenhaustag die aktuellen gesundheitspolitischen Reformbeiträge von Politik und Wissenschaft kritisch hinterfragen und innovative Lösungsansätze für die stationäre Versorgung der Zukunft aufzeigen.

Der Eröffnungstag steht thematisch ganz im Zeichen der Krankenhauspolitik in der neuen Legislaturperiode und den Erwartungen der Krankenhäuser an die neue Bundesregierung. Hierzu werden die gesundheitspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen ihre Reformkonzepte erörtern und kritisch diskutieren. Neben Kongresspräsident Alfred Dänzer, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), und Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VLK), werden Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), und Irene Maier, Pflegedirektorin des Universitätsklinikums Essen, an der Podiumsdiskussion teilnehmen.

Im Anschluss findet eine DKG-Schwerpunktveranstaltung zum Thema „Das G-DRG-System 2014“ statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden die Experten über die methodischen und klassifikatorischen Anpassungen für das G-DRG-System 2014 sowie erstmals über die Herausforderungen des neuen Entgeltsystems für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen ausführlich informieren.

Diese beiden Veranstaltungen bilden den Auftakt zu zahlreichen gesundheitspolitischen und praxisorientierten Vorträgen. Die Veranstalterin, die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), erwartet an den vier Kongresstagen rund 1.700 Besucher aus Klinik und Gesundheitspolitik.

Der zweite Kongresstag beginnt mit dem Pflegeforum, das die Gesundheitspolitik aus der Perspektive der Profession Pflege näher beleuchtet. Ein Schwerpunkt wird der zunehmende Personalmangel sein. Die Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im BDA (AKG) werden in ihrer Vortragsveranstaltung innovative, internationale Krankenhauskonzepte präsentieren. Ein Highlight wird die erstmals ausgelobte AKG-Auszeichnung für herausragende Gesundheitsbauten sein, die die Bedeutung guter Architektur auf diesem Spezialgebiet in das öffentliche Bewusstsein rücken soll. Darüber hinaus stehen mit dem ECCLESIA-Forum „Haftungsansprüche, Haftungsprämien – Haftungsgrenzen“ und der IT-Schwerpunktveranstaltung „IT-Innovationen und Patientensicherheit“ weitere praxisorientierte Veranstaltungen auf dem Tagungsprogramm.

Die Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, wird im Rahmen des neuen Vortragsformats „Aktuelle Brennpunkte“ ausführlich zum Thema Krankenhausplanung Stellung beziehen und anschließend mit den Kongressbesuchern die Lage der Kliniken intensiv diskutieren. Im Anschluss wird Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im Gemeinsamen Bundesausschuss, in ihrem Vortrag die ambulante spezialfachärztliche Versorgung näher beleuchten. Im Management-Forum „Sparen bis der Arzt kommt? Oder wie Kliniken finanzielle Engpässe bewältigen“ gibt es am zweiten Veranstaltungstag einen weiteren neuen Veranstaltungsblock mit aktuellem Praxisbezug.

Den Schwerpunkt des dritten Kongresstages bildet die „2nd Joint European Hospital Conference“ mit hochkarätigen Referenten aus der Europäischen Kommission, der European Hospital and Healthcare Federation (HOPE), der European Association of Hospital Managers (EAHM) sowie der European Association of Hospital Physicians (AEMH). Im Rahmen der Vormittagsveranstaltung wird der Kongress „Die Europäische Patientenrechte-Richtlinie in der Umsetzung“ näher beleuchten. Die Nachmittagsveranstaltung wird den „Innovationszugang in den Krankenhäusern Europas“ in den Fokus rücken. Es werden rund 150 TOP-Entscheider aus den europäischen Krankenhäusern erwartet.

Neueste Trends rund um das MVZ im Krankenhaus in der Vortragsveranstaltung des Bundesverbandes Medizinische Versorgungszentren – Gesundheitszentren – Integrierte Versorgung e.V. runden den dritten Veranstaltungstag ab. Eine Fachtagung zur „Haftpflicht im Krankenhaus – zahlt der leitende Krankenhausarzt die Zeche?“ beschließt das Kongressprogramm am vierten und letzten Kongresstag.

Der 36. Deutsche Krankenhaustag führt die verschiedenen im Krankenhaus tätigen Berufsgruppen zusammen. Das Kongressprogramm bietet umfassende Gelegenheit zur Diskussion zwischen den Partnern im Gesundheitswesen und den Beschäftigten im Krankenhaus.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Plattform für die deutschen Krankenhäuser und findet jährlich im Rahmen der MEDICA statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, den Deutschen Krankenhaustag auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützten. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.