Mit dem Gutachten wird die Bundesregierung generell zu „mehr Ehrgeiz bei der Konsolidierung“ aufgefordert. Mehrausgaben, wie z. B. die Zuschussrente oder das Betreuungsgeld, gehen aus Sicht des Sachverständigenrates in die falsche Richtung. Auch in Bezug auf die Gesetzliche Krankenversicherung sieht der Sachverständigenrat trotz Überschüssen weiterhin Reformnotwendigkeit. Die Abschaffung der Praxisgebühr wird abgelehnt. In den kommenden Jahrzehnten müsse aufgrund der demografischen Entwicklung und dem technischen Fortschritt mit einem erheblichen Ausgabenanstieg gerechnet werden, der durch steigende Einnahmen finanziert werden müsse. Um diese Herausforderung zu bewältigen, plädiert der Sachverständigenrat grundsätzlich für die Bürgerpauschale oder zumindest für einen einkommensunabhängigen Arbeitnehmerbeitrag. Dieser wirke sich positiv auf Wachstum und Beschäftigung aus und erhöhe den Wettbewerb zwischen den Krankenkassen. Damit sich die Ausgaben dämpfende Wirkung des intensivierten Wettbewerbs auf dem Versichersicherungsmarkt möglichst stark entfalten könne, seien auch auf der Ausgabenseite Reformen notwendig. Diese betreffen die stärkere Nutzung von Selektivverträgen in der ambulanten und stationären Versorgung und den schnellen Umstieg auf eine monistische Krankenhausfinanzierung. Die bereits beschlossene Anwendung des Wettbewerbsrechts auf die Krankenkassen wird vom Sachverständigenrat als wichtiger Schritt zur Stärkung des Wettbewerbs begrüßt.

Das vollständige Gutachten kann auf der Homepage des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage heruntergeladen werden (http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/jahresgutachten-2012-2013.html).