Die Autoren versuchen, mit der Studie Erfolgsfaktoren und konkrete Umsetzungsempfehlungen für eine qualitätsorientierte Vergütung zu identifizieren.

Dazu geben sie Empfehlungen zu:

-    Qualitätsmessungen,

-    Anreizgestaltung,

-    Rechtlichen Rahmenbedingungen und zum

-    Qualitätsmanagement

Bereits die Grundannahmen der Studie zeigen, dass die Autoren zum Teil wenig Einblick in die derzeitigen Tätigkeiten der Krankenhäuser im Bereich der Qualitätssicherung haben. Darüber hinaus sind nicht nur die verwendete Datengrundlage, sondern auch die Vorschläge zur Verbesserung der Situation äußerst krankenkassenlastig. Sowohl die Annahmen als auch die Lösungsvorschläge sind zum Teil grenzwertig.

Zu den Annahmen der Studie

Richtig ist, dass

- die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser „alarmierend“ ist,

- der Kostendruck und die gesetzlichen Einsparmaßnahmen für weiterhin angespannte finanzielle Rahmenbedingungen sorgen,

- die Zweifel an der stationären Versorgung gestiegen sind,

- die finanzielle Schieflage es den Krankenhäusern erschwert, Qualitätsdefizite aus eigener Kraft zu überwinden.

Zu kritisieren ist, dass

- die Autoren bei dem Vergleich Qualität und Ausgabeneffizienz in der stationären Versorgung nicht die Ausgaben der stationären Versorgung, sondern die gesamten Gesundheitsausgaben verwenden,

- die Daten, die für das Qualitäts-Ranking verwendet werden, nicht mit den jeweiligen Jahresdaten der Gesundheitsausgaben übereinstimmen,

- die Autoren im Status Quo eine fehlende Qualitätstransparenz, fehlende Anreize zur Qualitätsverbesserung, fehlende Qualitätskontrollen bemängeln, was u. a. angesichts der umfassenden Qualitätsberichterstattung und der weitreichenden Qualitätssicherungsmaßnahmen aufs Schärfste zurückzuweisen ist,

- bei der Beurteilung der derzeitigen Qualitätssicherung in den Krankenhäusern Daten des WIdO und somit der AOK verwendet werden.

Beurteilung der Krankenhausreform

- Auf Grundlage des Referentenentwurfs und den Vorschlägen zur Verbesserung der Behandlungsqualität, beurteilen die Autoren die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie qualitätsorientierte Vergütung, neue Aufgaben des G-BA im Bereich Qualitätssicherung, die Gründung des IQTIG und MDK-Kontrollen als gute Ansätze. Allerdings kritisieren sie die fehlende Ausgestaltung des Vergütungssystems.

- Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass ein Ergebnis ihrer Analyse der sog. „Crowding-out Effekt“ ist. D. h., dass im Bereich der Behandlungsqualität finanzielle Anreize dazu führen könnten, dass die intrinsische Motivation zur Erbringung von guter Behandlungsqualität abnimmt und dass insbesondere bei hoher Eigenmotivation ein Anreizsystem zu unerwünschten Qualitätsverschlechterungen führen könnte.

- Zu kritisieren ist, dass die Autoren bezogen auf das Thema qualitätsorientierte Vergütung, die USA und Großbritannien als Vergleich verwenden. Diese Vergleiche hinken, wie von den Autoren erkannt, weil die Systeme unterschiedlich sind. Darüber hinaus wurde erst kürzlich in einer amerikanischen Studie gezeigt, dass Krankenhäuser mit besonders guter Qualität finanziell öfters bestraft wurden, als Krankenhäuser, die eine angeblich schlechte Qualität auswiesen. Und auch in Großbritannien steht der P4P-Ansatz in großer Kritik.

Beurteilung der derzeitigen Indikatorensysteme

Sowohl die AQUA-Indikatoren (aufgrund geringer Vergleichbarkeit zwischen den Krankenhäusern), als auch die G-IQ-Indikatoren (keine Abbildung des kompletten Versorgungsablaufs) sehen die Autoren als ungeeignet und befürworten die QSR-Indikatoren.

Umsetzungsempfehlungen

Die Empfehlungen zu den Leitmerkmalen sind sehr allgemein gehalten und zu unkonkret. Die Autoren empfehlen Qualitätsindikatoren à la QSR-Indikatoren und Ergebnisindikatoren. Als Messinstrumente empfehlen sie die Verwendung von Krankenkassendaten. Sie empfehlen, dass diese auf für alle zugänglichen und verständlichen Plattformen veröffentlicht werden sollen. Das neue qualitätsorientierte Vergütungssystem soll im Rahmen eines Pilotprojekts getestet werden. Kurzfristig sollen Selektivverträge zur Erprobung der neuen Strukturen ermöglicht werden. Der Abschluss der Verträge soll nach einheitlichem Standard und gleichen Bedingungen für alle Krankenhäuser erfolgen. Langfristig soll im kollektiv-vertraglichen Bereich ein uniformes Mess- und Vergütungssystem gebildet werden.

Die Studienergebnisse sind in den beigefügten Präsentationsfolien festgehalten (Anlage 2). Eine ergänzende Textversion wurde nicht erstellt.