Die Studie kommt dabei insbesondere zu folgenden Ergebnissen:

- Die OECD-Daten berücksichtigen nicht die Altersstrukturen der Bevölkerung hinsichtlich Inanspruchnahme der medizinischen Leistungen und Kosten des Gesundheitssystems, weshalb die Aussagekraft solcher Vergleiche auch im Hinblick auf die Methodik und Datenlimitation begrenzt sei. Der Einfluss der Altersstruktur auf die Inanspruchnahme der medizinischen Leistungen und damit auf die Kosten sei aber unbestritten.

- Die Position Deutschlands verändere sich z. T. merklich im Länderranking, nachdem die Daten altersstandardisiert wurden. In Bezug auf die chirurgischen Eingriffe, die in der Regel im höheren Lebensalter durchgeführt werden, rutsche Deutschland im Ranking weiter nach unten. Für chirurgische Eingriffe, die hauptsächlich in jüngeren Jahren gemacht werden, zeige sich ein entgegengesetztes Bild.

- Beispiele: Bei der Hüftersatz-Operation lag Deutschland im Länderranking ursprünglich auf Platz 2, nach Altersadjustierung auf Platz 5. Beim Einsatz einer Knieprothese rutscht Deutschland von Platz 5 auf Platz 8. Bei der Blinddarmentfernung verschiebt sich Deutschland von Platz 6 auf Platz 3. (Übersicht über alle untersuchten Eingriffe siehe Seite 62 der Studie.)

- Die deutschen Fallzahlen lägen auch nach einer Altersadjustierung im oberen Rankingbereich. Ein Vergleich mit den europäischen Nachbarländern, die über ein ähnlich gut ausgebautes Gesundheitssystem verfügen, zeige in der Regel aber ein vergleichbares Niveau. Die weiterhin hohe Platzierung von Deutschland lasse sich durch viele Ursachen erklären: Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems, Unterschiede auf der Nachfrage- und Angebotsseite, kulturelle und Mentalitätsunterschiede.

- Auch beim Ranking der Gesundheitsausgaben werde Deutschland durch eine indirekte Altersadjustierung weiter nach hinten verschoben (von Platz 6 auf Platz 9), allerdings bleibe Deutschland noch weit über dem OECD-Durchschnitt. Dies sei aber gerade im Hinblick auf den niedrigen OECD-Durchschnitt wünschenswert. Beim OECD-Durchschnitt seien viele Länder berücksichtigt, die über ein nicht so leistungsstarkes Gesundheitssystem verfügen.

- Eine Überversorgung im Vergleich zu anderen Ländern lasse sich anhand der altersadjustierten Daten nicht mehr nachweisen.