Überraschende Erkenntnisse liefert die in enger fachlicher Zusammenarbeit mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie der Friedrich-Ebert-Stiftung erstellte Studie nicht. So kommt die Studie insbesondere zu folgenden Ergebnissen:

•    Arbeitsbedingungen, Vergütung und Wertschätzung würden insbesondere in der Pflege als unangemessen erlebt.

•    Die Beschäftigten hätten ein hohes Interesse am Patientenwohl und die Identifikation mit den sozialen- und gesundheitspolitischen Zielen und Aufgaben der Krankenhäuser sei hoch. Die Arbeitsbedingungen würden jedoch zunehmend ein Erreichen dieser Ziele und eine ausreichende Versorgung verhindern. Die Beschäftigten seien weniger zuversichtlich, dass sich die Situation verbessere.

•    Die vielfach geforderten neuen Arbeitsteilungen zwischen den Gesundheitsberufen sei in den Kliniken bereits Alltag, führe jedoch nicht zu einem positiven Effekt für Beschäftigte und Patienten.

•    Die Unterstützung für Fort- und Weiterbildungen würden vielfach vom Arbeitsgeber nur unzureichend unterstützt.

•    Die Beschäftigten würden nur wenig Spielraum und Autonomie bei der Gestaltung des eigenen Arbeitsplatzes sehen und fühlen sich bei strategischen Entscheidungen des Krankenhauses unzureichend informiert und beteiligt.

Die Hans Böckler Stiftung nimmt die Studie zum Anlass, um auf den Stellenabbau in den Krankenhäusern hinzuweisen. So würde die in letzter Zeit stattfindende Veränderung der Organisation und Arbeitsteilung zu keiner Verbesserung für Patienten und Beschäftigte führen. Medizinisches und pflegerisches Personal seien weiterhin mit Arbeitsverdichtung und Stellenabbau konfrontiert.

In einem Statement für die ARD hat Hauptgeschäftsführer Baum deutliche gemacht,

•    dass die Kliniken der Problematik nicht tatenlos zusehen,

•    dass seit 2008 13.000 zusätzliche Vollkräfte im Pflegedienst beschäftigt würden,

•    dass 5.000 Pflegemitarbeiter gesucht würden,

•    dass die zentralen Probleme in der gesetzlichen Personalfinanzierungslücke und in der Investitionslücke liegen,

•    dass die Krankenhäuser vielfältigste Initiativen der Verbesserung der Arbeitsorganisationen und Bedingungen ergriffen hätten.

Die vollständige Studie kann unter folgendem Link abgerufen werden:

http://www.boeckler.de/14_50874.htm.