Der Bericht "Wie geht es uns morgen? – Wege zu mehr Effizienz, Qualität und Humanität in einem solidarischen Gesundheitswesen“ formuliert Reformperspektiven und Handlungsempfehlungen zu drei wesentlichen Ausgangsfragen:

1. Wie muss das Gesundheitssystem gestaltet werden, welche Anreize sind erforderlich, damit Versorgungseinrichtungen, Krankenkassen und auch Versicherte dazu bewegt werden, sich aus eigenem Antrieb am Nutzen für die Versicherten und an Gesundheitszielen auszurichten?

2. Wie kann ein Gesundheitssystem aussehen, das aus sich selbst heraus mehr Gesundheitseffizienz hervorbringt?

3. Welche Reformschritte sind dafür von Seiten der Gesundheitspolitik vor dem Hintergrund der bestehenden Strukturen erforderlich?

Im Folgenden sind die wesentlichen Handlungsempfehlungen wiedergegeben, die für die Krankenhäuser von Bedeutung sind:

•    Harmonisierung der sektoralen Vergütungssysteme.

•    Ausweitung der Versichertenbeteiligung.

•    Verbesserung der Transparenz z. B. durch die Bereitstellung der Daten wissenschaftlicher Institutionen durch die Zusammenlegung des Instituts des Bewertungsausschusses und des Instituts für Entgeltsystem im Krankenhaus.

•    Anreize für eine Mengenausweitung in den Krankenhäusern korrigieren. Dafür würden sich verschiedene Optionen anbieten, die parallel auf ihre Erfolgswirksamkeit hin geprüft und bei der Anwendung evaluiert werden sollten:

o    Einbindung von Krankenhäusern in die regionalen Gesundheitsnetze mit einer Budgetverantwortung nach §§ 140 a ff. SGB V und Befreiung von den Vorgaben des DRG-Systems zugunsten eigener Lösungen der Vertragspartner sowie vergleichender Berichterstattung.

o    Einführung eines Zweitmeinungsverfahrens für bestimmte planbare chirurgische Maßnahmen.

o    Stärkere Verknüpfung der erzielten Ergebnisqualität an das wirtschaftliche Wohlergehen der Krankenhäuser. Ausschüttung von bestimmten Vergütungsanteilen erst wenn die Krankenkassenroutinedaten zeigen, dass die Ergebnisdaten gut sind.

•    Ausweitung und stärkere Flexibilisierung der integrierten Versorgung nach §§ 140 a ff. SGB V.

•    Erleichterung des Abschlusses von Selektivverträgen nach §§ 140 a ff. SGB V und Zurücknahme der Genehmigungsvorbehalte.

•    Einrichtung eines Forschungs- und Entwicklungsfonds aus Mitteln des Gesundheitsfonds zur Ausschreibung für vergleichende Versorgungsforschung und Entwicklung neuer medizinischer und pflegerischer Versorgungsformen.

•    Weiterentwicklung der Gemeinsamen Landesgremien für sektorenübergreifende Versorgungsfragen. Bei bestehender oder drohender Unterversorgung soll das Gremium die Ausschreibung der Versorgung dieser Region empfehlen. Bei der Ausschreibung könnten sich dann auch Krankenhäuser bewerben.

•    Schaffung einer konsistenten berufsrechtlichen Neuordnung der Gesundheitsberufe.

•    Erarbeitung eines Fahrplans für die Zusammenlegung von GKV und PKV zu einem integrierten Krankenversicherungssystem.

•    Etablierung eines gesetzlichen Anspruches auf die für die qualitätsorientierte Entscheidungen notwendigen Informationen. Definition der entsprechenden Vorgaben durch den Gemeinsamen Bundesausschuss.

•    Entwicklung eines Konzepts und des entsprechenden Wettbewerbsrahmens für eine vergleichende Darstellung der Versorgungsqualität der Krankenkassen und Krankenversicherungen. Regelmäßige Veröffentlichung der Daten, welche Gesundheitsergebnisse die Krankenkasse bei den Versicherten im Vergleich zum Vorjahr erreichen konnten.

•    Prüfung, ob der Zugang zu den Patientenverlaufsdaten auch für die Leistungserbringer möglich ist.

•    Stärkung der Versorgungsforschung.

•    Ausweitung der Spielräume der Krankenkassen im Vertragsgeschehen.

Aus Sicht der Gesundheitspolitischen Kommission wäre es optimal, wenn langfristig ein Krankenhausträger mit dem Großteil der anderen Leistungserbringer einer Region zusammen ein Gemeinschaftsunternehmen aufbaut, welches an der Optimierung des Gesundheitsnutzens verdient. Zwingende Voraussetzung seien dazu Krankenkassen, die bereit und finanziell in der Lage sind, entsprechende Konzepte in Selektivverträgen auszuprobieren und zu finanzieren.