Ergänzend zu dem Regierungsentwurf beschloss die Länderkammer u. a. einen Änderungsantrag zur hausarztzentrierten Versorgung (§ 73b SGB V) und zur besonderen ambulanten ärztlichen Versorgung (§ 73c SGB V), beides Selektivverträge, der ohne vorherige Ausschussberatung in die Bundesratssitzung eingebracht wurde. Die Länder schlagen vor, die Notfallversorgung bei der Bereinigung der Gesamtvergütung von Selektivverträgen künftig zu berücksichtigen. Die Bundesregierung stimmt diesem Vorschlag jedoch nicht zu (Nr. 2 der Gegenäußerung der Bundesregierung). Sie sieht, dass der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen bzgl. der Notfallversorgung eingeschränkt wird. Eine zusätzliche Bereinigung der Gesamtvergütung von Selektivverträgen zur Sicherstellung des ambulanten Notdienstes erachtet sie jedoch als nicht erforderlich. Vielmehr spricht sich die Bundesregierung für die vertragliche Organisation der Notfallversorgung durch die Selektivvertragspartner oder alternativ durch die Kassenärztliche Vereinigung aus.

Der Bundesrat hatte in seinem Änderungsantrag bzgl. der Personalstellen in der Psychiatrie die Ergänzung des § 6 Abs. 4 Satz 3 und 4 BPflV um einen weiteren Satz („Fehlende Personalstellen sind zusätzlich zum bereits in früheren Jahren vereinbartem Budget zu finanzieren.“) vorgeschlagen. Die Bundesregierung folgt diesem Vorschlag nicht (Nr. 11 der Gegenäußerung der Bundesregierung). Das geltende Recht trage der Intention des Antrages bereits Rechnung. Der Änderungsantrag sei nicht erforderlich, da bereits § 6 Abs. 4 Satz 1 BPflV ausführt, dass die fehlenden Personalstellen zusätzlich im Gesamtbetrag, also im Krankenhausbudget, berücksichtigt werden. Diese Auffassung werde auch durch den Bericht des BT-Ausschusses für Gesundheit unterstrichen: "Die Kosten für die neu verhandelten Stellen gehen zusätzlich in das Erlösbudget (Gesamtbetrag) des Krankenhauses ein, unabhängig vom Grundsatz der Beitragssatzstabilität“ (BT-Drs. 16/11429).