Der Überschuss der gesetzlichen Krankenkassen ist in den ersten drei Quartalen 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,123 Mrd. Euro niedriger ausgefallen. Für das vierte Quartal 2010 erwartet das BMG ein Defizit der GKV. Die Zusatzbeiträge der Krankenkassen in Höhe von 463 Mio. Euro haben nach Einschätzung des BMG ein Defizit bereits in den ersten drei Quartalen verhindert. Die verbesserte Wirtschaftslage spiegelt sich in diesen Zahlen jedoch nicht wider, da die Einnahmen der GKV durch den Gesundheitsfonds und die Finanzzuweisungen unterjährig nicht angepasst werden. Bezogen auf das Gesamtjahr 2010 erwartet das BMG, dass „die Zusatzbeiträge und weitere Einnahmen (z. B. Zinseinnahmen) insgesamt nicht aus¬reichen werden, um die Unterdeckungen der Ausgaben durch Zuweisungen aus dem Ge¬sundheitsfonds vollständig auszugleichen.“

Hinsichtlich der Ausgabenzuwächse sind die stärksten Zuwächse je Versicherten beim Krankengeld (9,8 Prozent), gefolgt vom Krankenhausbereich (4,5 Prozent), Arzneimittelausgaben (4,2 Prozent) und ambulante Behandlungen (3,7 Prozent) zu verzeichnen. Für den stationären Bereich bedeutet das in absoluten Zahlen einen Zuwachs der GKV-Ausgaben in den ersten drei Quartalen um 1,82 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei ist die GKV-Ausgabenzuwachsentwicklung im Krankenhausbereich zwischen den ersten drei Quartalen uneinheitlich verlaufen. Im ersten Quartal lag der Zuwachs bei 5,3 Prozent, im zwei¬ten Quartal bei 4,2 Prozent und im dritten Quartal bei 4,5 Prozent je Versicherten.

Das BMG kommentiert die Veränderungen (Steigerungsraten) nicht. Für das Jahr 2011 gibt das BMG folgenden Ausblick: „Ohne Gegensteuern hätte der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2011 trotz der unerwartet günstigeren konjunkturellen Entwicklung ein Defizit von bis zu 9 Mrd. Euro gedroht.“ Gemeint sind die gesetzgeberischen Maßnahmen zur Begrenzung der Ausgaben und Verbesserung der Einnahmen. Für das kommende Jahr prognostiziert das BMG einen durchschnittlichen Zusatzbetrag von Null.