Auch die Bundesregierung hebt die Bedeutung der MVZ hervor, hält allerdings an ihrer im Koalitionsvertrag angekündigten und in einer Presseerklärung vom 27. August 2010 bekräftigten kritischen Überprüfung insbesondere hinsichtlich der Trägerschaft fest.

In der Vorbemerkung betont die Bundesregierung (S. 2), sie halte an MVZ als mögliche Organisationsform für die vertragsärztliche Leistungserbringung ebenso fest wie an der Gründungsberechtigung von Krankenhäusern. Letztere schränkt sie allerdings bei den eher einschätzenden Fragen auf den im Rahmen der Öffnungsklausel für Krankenhäuser vorgesehenen Bereich (ländliche Regionen) ein (S. 9f.).

Der erste Teil der Fragen bezieht sich im Kern auf die Entwicklung und Struktur von MVZ. Der zweite Teil der Fragen bezieht sich auf Bewertungen der Bundesregierung. Die Bundesregierung unterstreicht, bei der Umsetzung der Koalitionsvereinbarung und deren näherer Ausgestaltung insbesondere der für die Krankenhäuser vorgesehenen Öffnungsklausel sei die Bedeutung der von den Krankenhäusern getragenen MVZ für die Versorgung der Versicherten in ländlichen Regionen genau zu prüfen. Geprüft werde derzeit, ob und wie besser sichergestellt werden könne, dass die ärztliche Tätigkeit auch in MVZ weiterhin alleine medizinischen Gesichtspunkten folge. Zugleich sieht die Bundesregierung allerdings keine Hinweise darauf, dass sich von Krankenhäusern und von Vertragsärzten getragene MVZ hinsichtlich der Kriterien Behandlungserfolg, Qualität der Versorgung und Therapiefreiheit unterscheiden. Zudem liegen ihr keine konkreten Hinweise auf die Einflussnahme von Kapitalgebern auf die Geschäftsführung und Patientenversorgung in MVZ vor.

Auf die Frage, welche Gefahren die Bundesregierung sieht, dass Krankenhäuser mittels MVZ freiberufliche Ärztinnen und Ärzte verdrängen könnten, antwortet die Bundesregierung mit der Position der Ärzteschaft. Seitens der Ärzteschaft werde vielfach vorgetragen, dass Krankenhaus-MVZ aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten bei der Entscheidung über die Nachbesetzung von Arztsitzen nach § 103 Absatz 4 SGB V bevorzugt würden.