Das Abkommen gilt für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Elsass und Lothringen. Es wird für alle Personen angewendet, die Anspruch auf Leistungen der deutschen oder französischen Krankenversicherung haben und sich gewöhnlichen oder vorübergehenden in den genannten Regionen aufhalten.

Konkret beinhaltet das Rahmenabkommen u.a. folgende Regelungen:
- Das BMGS und das französische Gesundheitsministerium schließen, ggf. unter Einbeziehung der entsprechenden Landesministerien, eine Verwaltungsvereinbarung, in der die Einzelheiten der Anwendung des Rahmenabkommens festgelegt werden.
- In dieser Verwaltungsvereinbarung werden die Personen oder Stellen benannt, die im Rahmen ihres innerstaatlichen Zuständigkeitsbereichs befugt sind, sog. Kooperationsvereinbarungen zu schließen.
- Diese Kooperationsvereinbarungen dienen dazu, die Zusammenarbeit zwischen grenznahen Strukturen und Einrichtungen des Gesundheitswesen zu organisieren. Denkbar ist die gegenseitige Ergänzung bestehender Strukturen und Einrichtungen. Außerdem können Kooperationsträger oder gemeinsame Strukturen geschaffen werden.
- Konkret regeln die Kooperationsvereinbarungen je nach Kooperationsgegenstand u.a. den grenzüberschreitenden Einsatz des Gesundheitspersonals, die Organisation der notfallmedizinischen Versorgung und des Krankentransports, die Gewährleistung einer durchgehenden Gesundheitsversorgung, die Evaluierungs- und Kontrollkriterien für die Qualität und Sicherheit der Versorgung und die Finanzierung.
- Bereits bestehende Kooperationsvereinbarungen sind an die Vorgaben des Rahmenabkommens und an die Verwaltungsvereinbarung anzupassen.
- Bei vorübergehenden grenzüberschreitenden Rettungsdiensteinsätzen benötigt das Gesundheitspersonal keine Berufserlaubnis des Einsatzlandes. Die Pflichtmitgliedschaft in Berufskammern des Einsatzlandes entfällt. Ansonsten gelten insbesondere die berufsrechtlichen Rechten und Pflichten des Einsatzlandes.
- Für die Kostenübernahme durch die Sozialversicherungssysteme gelten die EU-Verordnungen über die Koordinierung der Systeme der Sozialen Sicherheit. Bei genehmigungspflichtigen Behandlungen können Kooperationsvereinbarungen vorsehen, dass der zuständige Sozialversicherungsträger diese Genehmigung automatisch erteilt. Sehen Kooperationsvereinbarungen die unmittelbare Kostenübernahme durch den zuständigen Kostenträger vor, sind auch spezifische Entgeltregelungen nach Maßgabe der Verwaltungsvereinbarung möglich.
- Für Akteure, die im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung eine Behandlung übernehmen, ist das Bestehen einer Haftpflichtversicherung vorgeschrieben. Diese muss für gegebenenfalls im Rahmen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auftretende Schäden aufkommen.

Bisher ist nicht bekannt, welche "Personen oder Stellen" befugt sein werden, Kooperationsvereinbarungen auf Grundlage des Rahmenabkommens zu schließen. Es ist aber anzunehmen, dass u. a. Krankenhäuser und Krankenkassen zu diesem Kreis gehören werden. Von besonderem Interesse dürfte das Rahmenabkommen daher für Krankenhäuser sein, die bereits Kooperationen mit französischen Partnern eingegangen sind. Die entsprechenden Verträge sollten auf die Vereinbarkeit mit dem Rahmenabkommen und der Verwaltungsvereinbarung geprüft und ggf. entsprechend angepasst werden.

Das Rahmenabkommen ist laut BMGS das erste seiner Art. Mit anderen Nachbarstaaten bestehen aktuell keine solchen Abkommen.