Die Europäische Kommission hat heute den Richtlinienvorschlag (KOM/2011/883) zur Änderung der Richtlinie 2005/36/EG über die Anerkennung von Berufsqualifikationen veröffentlicht und das Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene eingeleitet. Dabei werden das Europäische Parlament und die Regierungen der Mitgliedstaaten gleichberechtigt über den Vorschlag beschließen.

Neben zahlreichen Vorschlägen, beispielsweise zur Einführung von Berufsausweisen, schlägt die Brüsseler Behörde bezüglich Heilberufe Änderungen mit teils weit reichenden Auswirkungen vor:

- Die ärztliche Grundausbildung soll mindestens fünf Jahre sowie 5 500 Stunden theoretischen und praktischen Unterricht umfassen.
- Die Zulassung zur Ausbildung zur Krankenschwester und zum Krankenpfleger, die für die allgemeine Pflege verantwortlich seien, soll erst nach zwölfjähriger allgemeiner Schulausbildung erfolgen.
- Die Ausbildung zur Krankenschwester und zum Krankenpfleger soll mindestens drei Jahre und 4 600 Stunden theoretischen Unterricht und klinisch-praktische Unterweisung enthalten. Hierbei muss der theoretische Anteil ein Drittel und die klinisch-praktische Unterweisung mindestens die Hälfte der Mindestausbildungsdauer betragen.
- Die EU-Kommission will Durchführungskompetenzen übertragen bekommen mit denen sie festlegen kann, welche Ausbildungsgegenstände und damit Kompetenzen von Krankenpflegekräften ausreichend, angemessen und erforderlich sind, um jüngsten Entwicklungen im Bildungsbereich sowie dem wissenschaftlichen und technischen Fortschritt gerecht zu werden.

In Deutschland hat sich eine breite Allianz für die Beibehaltung der bisher geltenden 10 Jahre allgemeine Schulausbildung als Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung zur Krankenpflegekraft ausgesprochen. Wenngleich diese Position keine Unterstützung bei anderen EU-Mitgliedstaaten erfährt, wird sich die DKG im nun beginnenden Gesetzgebungsverfahren für diese Position einbringen.