Mit ihrem Arbeitsplan verfolgt die Europäische Kommission drei Prioritäten: Gesundheitsinformationen, Gesundheitsgefahren und Gesundheitsfaktoren.

Im Abschnitt "Gesundheitsinformationen" möchte die Kommission folgende Ziele erreichen:

- Ausbau und Betrieb eines nachhaltigen Systems zur Gesundheitsüberwachung
- Verbesserung des Systems für die Übermittlung und die gemeinsame Nutzung von Informationen und Gesundheitsdaten, einschließlich des Zugangs für die Öffentlichkeit
- Entwicklung und Einsatz von Mechanismen zur Analyse, Berichterstattung, Informationen und Konsultation mit den Mitgliedstaaten und den interessierten Kreisen über Gesundheitsfragen, die auf Gemeinschaftsebene relevant sind
- Verbesserung von Analyse und Kenntnis der Auswirkungen der Entwicklungen der Gesundheitspolitik und anderer Gemeinschaftspolitiken und -aktivitäten auf die Gesundheit
- Unterstützung des Austauschs von Informationen über die Bewertung von Gesundheitstechnologien, einschließlich neuer Informationstechniken und von Erfahrungen mit bewährten Verfahren

In einem zweiten Abschnitt möchte die Kommission schnelle und koordinierte Reaktionen auf Gesundheitsgefahren fördern. Zur Entwicklung einer Handlungskompetenz zu Abwehrbereitschaft und schnellen Reaktionen bei Gefahren für die öffentliche Gesundheit und in Krisensituationen erhofft sich die Kommission Vorschläge in den Bereichen:

- Reaktion auf eine Grippepandemie (z. B. durch gemeinsame Kommunikationsstrategien)
- Reaktion auf Gefahren durch nicht übertragbare Krankheiten, beispielsweise im Zusammenhang mit Chemikalien und Umweltereignissen
- Stärkung der generischen Abwehrbereitschaft des Gesundheitssektors (z. B. Krankenhäuser und Krisenzentren auf nationaler und regionaler Ebene) zur Vorbereitung von Notfallsituationen mit Massenanfall beispielsweise durch Vernetzung der Gesundheitseinrichtungen
- Gesundheitssicherheit und Strategien zur Bekämpfung übertragbarer Krankheiten durch Vernetzung und Informationsaustausch zwischen den Mitgliedstaaten im Hinblick auf die Verbesserung der Patientensicherheit und der Qualität der Gesundheitsversorgung (vor allem bei der Bekämpfung von Krankenhausinfektionen)
- Sicherheit von Blut, Geweben und Zellen sowie Organen durch Risikobewertung und Informationsaustausch über Gewinnung, Verarbeitung, Lagerung und Verteilung von Substanzen menschlichen Ursprungs

Im dritten Abschnitt will die Kommission Aktivitäten fördern, die Strategien und Aktionen der EU im Bereich Gesundheitsfaktoren unterstützen. Diese Maßnahmen sollen auf vorbildlichen Verfahren beruhen und bereichsübergreifende und integrative Ansätze bieten, die die verschiedenen Gesundheitsfaktoren betreffen und die Bemühungen der Länder optimieren. Folgende Bereiche sind dabei von besonderem Interesse:

- Strategien der Gemeinschaft zur Suchtbekämpfung durch Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakkonsums und des Alkoholkonsums sowie Maßnahmen zur Drogenbekämpfung
- integrative Ansätze für gesunde Lebensführung durch Maßnahmen zur Förderung von gesunder Ernährung und Bewegung, zur Bekämpfung von HIV/AIDS sowie zur Förderung der psychischen Gesundheit
- Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit, die sich im weiteren Sinn mit Gesundheitsfaktoren befassen, z. B. Umweltfaktoren (Belüftung von Innenräumen, Feuchtigkeit und aufsteigende Nässe in Gebäuden)
- Projekte zur Verhütung von Krankheiten und Verletzungen bei Risikosportarten am Arbeitsplatz

Insgesamt stehen im Jahr 2007 für die Durchführung des Arbeitsplans Mittel in Höhe von 41.870.000 EUR zur Verfügung. Hiervon entfallen 40.638.000 EUR auf den operationellen Teil des Plans (inklusive EWR-/EFTA-Länder und die Türkei). Für die Verwaltung des Arbeitsplans werden 1.232.000 EUR veranschlagt.

Die Auswahl von Projektvorschlägen erfolgt nach dem zeitgleich von der Kommission veröffentlichen Beschluss über die allgemeinen Grundsätze und Kriterien für die Auswahl und Finanzierung der Maßnahmen des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2007/103/EG). Um die Erfolgsaussichten für einen Projektvorschlag zu erhöhen sind demnach folgende, grundlegende Regeln zu beachten:

- Kofinanzierungsregel: Voraussetzung ist eine externe Kofinanzierung, die nicht aus Gemeinschaftsmitteln, sondern aus eigenen Mitteln der Begünstigten oder aus Mitteln Dritter stammt
- Gewinnverbot: Mit der Finanzhilfe darf der Empfänger keinen Gewinn anstreben oder erzielen
- keine rückwirkende Gewährung: Die förderfähigen Kosten müssen nach Unterzeichnung der Vereinbarung angefallen sein. In Ausnahmefällen können Ausgaben berücksichtigt werden, die nach dem Datum der Antragstellung, aber nicht früher, angefallen sind (für Maßnahmen, die zum Zeitpunkt der Registrierung des Finanzhilfeantrags bei der Kommission bereits angelaufen sind, ist eine Teilnahme am Programm nicht möglich)
- Nicht-Kumulierung: Für ein und dieselbe Maßnahme kann einem bestimmten Empfänger nur eine einzige Finanzhilfe aus dem Haushalt gewährt werden

Projekte werden bevorzugt berücksichtigt, wenn sie:

- neue Ansätze verkörpern und einmalige Aktionen darstellen
- einen zusätzlichen Nutzen auf europäische Ebene erbringen (z. B. durch Einbeziehung möglichst vieler Länder)
- die Entwicklung der Gemeinschaftspolitik im Bereich der öffentlichen Gesundheit fördern
- Wert auf effizientes Management, einen gradlinigen Bewertungsprozess eine verständliche Beschreibung der erwarteten Ergebnisse legen und
- eine angemessene Verbreitung der Ergebnisse an geeignete Zielgruppen auf europäische Ebene vorsehen

Die Verantwortung für die Durchführung des Arbeitsplans liegt bei der in Luxemburg ansässigen Exekutivagentur für das Gesundheitsprogramm (www.ec.europa.eu/phea).

Projektvorschläge können dort bis zum 21. Mai 2007 eingereicht werden.